Der Niedergang der Sozialdemokratie

Durch die aktuellen Wahlen in Deutschland und Schweden, die bereits erfolgten Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich, die neuen Mehrheitsverhältnisse in Italien und GB kann man durch Prognosen und Ergebnisse ein Niedergang der sozialdemokratischen Parteien konstatieren.

In vielen Sendungen und Berichten wird dieser Niedergang durch unsere Medien kommentiert und analysiert. So gab es in HR2 (Der Tag) eine Stunde lang Meinungen und Analysen zu hören und es kamen Professoren und Kenner zu Wort. Diese belegen in ihren Erläuterungen, dass die Ära der Sozialdemokratie zu Ende sei, weil einerseits die Politiker dieser Richtung unzeitgemäße Vorstellungen und Grundlagen hegen und andererseits nicht in der Lage waren, ihren Wählern die Erfolge zu verkaufen, die der Sozialdemokratie gelungen seien. Deutlicher ausgedrückt heißt das: Der Klassenkampf ist jetzt zu Ende, wird nicht mehr gebraucht und die Köpfe dieser Partei haben Public Relation weder gelernt noch verstanden. Ist dem wirklich so? Der Niedergang der Sozialdemokratie weiterlesen →

Ruf nach Aufklärung: Die Menschenwürde

Wenn ich die Artikel dieses Blogs, die alle auf meiner Tastatur stammen, in der Summe und der Stoßrichtung dahinter Revue passieren lassen, findet sich nur eine wesentliche Motivation in den Zeilen, die ich kurz und prägnant als „Ruf nach Aufklärung“ zusammenfassen möchte, und zwar nicht die Aufklärung in der Gestalt des 17.ten Jahrhunderts, sondern eine neue Form desselben, die auf den demokratischen Systemen aufbaut, die auf unserer Welt einen sehr großen Einfluss besitzen und diesen ständig zu erweitern suchen. Im ersten Artikel dieser Reihe möchte ich über die Menschenwürde schreiben, so, wie sie im bundesdeutschen Grundgesetz Artikel 1, Absatz 1 festgeschrieben ist. Ruf nach Aufklärung: Die Menschenwürde weiterlesen →

Die Wortgespenster des Populismus

Wann immer sich die Nachrichten mit Parteien der westlichen Welt und deren Tun beschäftigen, werden Begriffe verwendet wie Populismus, Linkspopulismus, Rechtspopulismus und deren Nomen zum Adjektiv, wie das in der Grammatik so schön heißt, also …istisch. So wird die AfD und deren Anhänger gerne als recht-populistisch bezeichnet, wobei hier rechts als völkisch, rückwärtsgewandt und/oder sogar rassistisch gilt. Auf der anderen Seite des so gewonnenen Spektrums der Wortbildungen, die gerne als Beiwort für Parteien und Politiker verwendet werden, deren Gesinnung der aktuell populären politischen Richtung (Kapitalismus) widerspricht, gerne als links-populistisch klassifiziert werden, wobei links im Sinne des historischen Sozialismus und Kommunismus definiert wird.

Ausnahmen von dieser Sprachregelung im Mainstream werden dann vollzogen, wenn die üble Nachrede des Ismus nicht mehr als ausreichend betrachtet wird und die Schreiber zur Verleumdung greifen wie im Falle von Wagenknecht und Lafontaine letztens durch die Bildzeitung, die die beiden Politiker mit dem Synonym „national-sozialistisch“ zu markieren trachtete. Das ist eine listiges, hinterhältiges Wortspiel, weil „nationalsozialistisch“, also die Schreibweise ohne Bindestrich, als Namen für eine Epoche der deutschen Geschichte steht, in der eine Regierung ein faschistisches tausendjähriges Weltreich durch einen Weltkrieg zu errichten gedachte. „National“ steht bei Bild wohl deshalb, weil beide vorab genannten Politiker in ihrem Sinn notwendige Gesetze, die in Europa zurzeit keine Chance haben, auch schon mal nur national einsetzen würden und sozialistisch, weil sie als Politiker der Linken natürlich sich einem Sozialismus verpflichtet fühlen. Nur ist „Nationalsozialismus“ ein historisch begründeter Eigenname, während „national“ die Eingrenzung eines Geltungsbereiches und „sozialistisch“ eine politische Richtung darstellen. Das ist so wie bei  „Du bist, was du isst“, wobei „bist“ von Sein  und „isst“ von Essen sich ableitet und beide Worte einfach gar nichts miteinander zu tun haben. Hier wurde also wie so oft versucht, durch gleich klingende Wortgeschöpfe eine Verleumdung zu betreiben. Das gelingt aber nur, wenn der Leser unaufmerksam ist und die gelesenen Zeilen nicht hinterfragt. Es ist eben schon lange nicht mehr wahr, was in der Zeitung steht oder von Politikern gesagt wird. Seit Trump sollte das auch einem Bild-Zeitungsleser längst klar geworden sein. Wir alle müssen lernen, zwischen den Worten und Zeilen zu lesen.

Kommen wir aber schnell zurück zu den Ismen, die gerne verwendet werden. Seltsam dabei ist, dass es immer die Abweichler von links oder rechts sind, die mit diesen schönen Beiworten geschmückt werden. In Anlehnung an Stegemanns Essay (Das Gespenst des Populismus) 1 ist bei den sogenannten etablierten Parteien ein solchen Beiwort eher unüblich, oder hat irgendjemand schon mal was von der sozial-desorientierten SPD geschrieben oder berichtet, oder von der machtbesessenen CDU, der Murphys-Gesetz-unterworfenen CSU 2  oder den gutverdienenden-bildungs-bürgerlichen Grünen? Dabei wären diese Beiworte bei den zur Zeit im Fokus sich befindenden Spitzenpolitikern dieser Parteien durchaus angemessen und würde deren politische Ausrichtung sehr genau beschreiben.

Im Buch Stegemanns wird den bestehenden populistischen Richtungen eine weitere Variante hinzugefügt, und zwar der liberale Populismus, der in der Mitte der Gesellschaft angesiedelt werden muss und somit unter anderem das Neusprech des politischen Mainstreams trägt und beschreibt. Zum liberalen Populismus gehört dann auch die Verschmelzung liberaler Anschauungen mit den Dogmen des freien unregulierten Marktes, was man heute meist als Neoliberalismus benennt. Er beinhaltet die Unterordnung aller unter Marktgesetze ebenso wie die Ausbeutungen innerhalb der globalisierten Wirtschaftsordnung, die aufgrund fehlender globalisierte Macht das Gesetz des Stärkeren praktisch verewigt. Beide Richtungen, Liberalität und Neo-Liberalität haben trotz Gleichklang wie bei Essen und Sein eher nichts miteinander zu tun, im Gegenteil, sie widersprechen sich sogar in eklatanter Weise. So ist die durch den entfesselten Markt geschaffene Armut für die Betroffenen eher eine Eigenschaft von Unfreiheit, während der Liberalismus die Freiheit des Einzelnen auf einer sehr hohen Stufe fordert. Hier sind zwei Richtungen der Gesellschaftsorganisation miteinander verschmolzen, die sich eher als Feinde gegenüberstehen müssten.

  1. Hervorragende Arbeit zum Thema Populismus und in Buchform  vom Verlag Theater der Zeit zu bekommen! ↩
  2. In Murpys Gesetz steigt jeder in einer Hierarchie soweit auf, bis er seine Stufe der Unfähigkeit erreicht hat ↩

Schwarz-weiß vs. #aufstehen

Manchmal verstehe ich die Nachrichten nicht mehr!? Woher um alles in der Welt kommt die Ansicht, alles und jedes in „schwarz oder weiß“ einteilen zu müssen. Und woher nehmen Medien, auf die wir doch angesichts der Größe unserer Gesellschaften zur Ausübung vom Demokratie angewiesen sind,  eigentlich das Recht, Nachrichten verfälschen und/oder einseitig, spekulierend und meinungsbildend  und vor allem Dingen diese auch noch ungeprüft auf den Wahrheitsgehalt verbreiten zu dürfen? Schwarz-weiß vs. #aufstehen weiterlesen →

Die Sozialsysteme aus medial-neoliberaler Sicht

Fast eine Billion Euro für Sozialausgaben in 2017 (FAZ, 3.Aug 2018).

Nach dem Artikel des Fokus zum gleichen Thema am gleichen Tag entfielen davon für die Rentenversicherung 304 Mrd., die Krankenversicherung 228 Mrd., Beamtenpensionen 57 Mrd., für Lohnfortzahlung für Erkrankte 52 Mrd. und für die Grundsicherung 45 Mrd. Das sind aber nicht einmal annähernd 1000 Mrd. Nach weiteren Zahlen im Artikel bekäme weiterhin jeder Rentner etwa  360 € pro Monat aus Steuergeldern. Die Sozialsysteme aus medial-neoliberaler Sicht weiterlesen →

Ist das Presse, oder erbärmliche Propaganda

So einig waren sich die Schreiber der öffentlichen sowie mainstream-getriggert Presse und die schnoddrigen Bemerkungen der politischen Meinungsführer schon lange nicht mehr: Trump ist ein Verräter, der Horrorshows abzieht, sich von einem großen Bösewicht vorführen und erpressen lässt und der permanent die lebenswichtigen Interessen der Guten ausspart und unangesprochen lässt. Ist das Presse, oder erbärmliche Propaganda weiterlesen →

Trump – forever

Die Schlagzeilen heute in Google-News:

  • Russland und Trump kritisieren die USA (n-TV)
  • Warum der Gipfel so wichtig ist (Spiegel online)
  • Putin und Trump 90 Minuten ganz allein – Was dabei wohl herauskommt… (Bild)
  • Trump trifft Putin in Helsinki: Macho Macho (t-online)
  • Trump-Putin-Treffen: Der Gipfel der Unwägbarkeiten (tagesschau.de)

Trump, Trump und nochmal Trump…  Trump – forever weiterlesen →

Kein Fußball ist schlecht fürs politische Berlin

Das muss in Berlin eingeschlagen haben wie eine Bombe: Anstatt im Medienabseits der Weltmeisterschaft die Spielchen unbehelligt über die Bühne bringen zu können, hat jetzt nach der WM-Pleite in Russland 1 die Politik wieder die volle Medienaufmerksamkeit. Kein Fußball ist schlecht fürs politische Berlin weiterlesen →

  1. Das hat jetzt aber nicht der Putin allein schon wieder ganz persönlich verschuldet, oder? ↩

Wie viele Menschen kann der Planet Erde verkraften?

Wir leben auf der Nordhalbkugel in einer stark verdichteten Medien- und Gesellschaftswelt, in denen Kunst, Pflicht und Nutzen einen sehr hohen Stellenwert besitzen. Und zusätzlich zu diesen Gegebenheiten 1 haben wir ein Wertesystem etabliert, das unseren Erfolg oder Misserfolg in einer Rahmensetzung in Form von „(Nicht-)Besitz und (Nicht-)Haben“ auszeichnet. Um es gleich zu schreiben, mir wäre als Richtscala  „Leben, Sein und Liebesfähigkeit“ die geeigneteren Werte. Glück wäre auch möglich, wurde aber durch Verbindungen wie Glück-Haben-Können (Lottogewinn) bereits in der Alltagssprache entwertet.

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  1. Ein Ausdruck, der zu hinterfragen sein wird ↩

G7 und die neue Wertigkeit in „divide et impera“

„Teile und herrsche“ war und ist die große Maxime aller Imperien. Allerdings ist für jedes Gebilde dieser Art, denken wir nur an das römische Reich, eine weitere Maxime entscheidend, ohne die ein Imperium nicht stabil sein kann: Die das tragende Fundament des Imperiums darstellenden Gruppen, seien es Völker, Volksgruppen, Familien, Parteien oder Bürgerbewegungen, müssen über ein in sich geschlossenes und geeintes Werte- und Machtsystem verfolgen. Was das in unserer Zeit maßgebende Imperium, gemeint ist die sogenannte westliche Wertegemeinschaft samt ihrer Machtorganisation Nato unter Vorherrschaft der USA, in dieser Problemstellung belastet ist die Uneinigkeit der Beteiligten, die zum großen Teil durch Egoismen und Ängste der jeweils regierenden Gruppen begründet sind.
G7 und die neue Wertigkeit in „divide et impera“ weiterlesen →

Kippa – Nur zweierlei Maß oder gibt es da mehr?

Seit einem Angriff auf einem Israeli mit palästinensischem Hintergrund, der ohne selbst Jude 1 zu sein in Berlin mit einer Kippa 2 auf der Straße sich bewegte, spielen die Medien verrückt und beklagen Antisemitismus und Judenfeindlichkeit. Kippa – Nur zweierlei Maß oder gibt es da mehr? weiterlesen →

  1. Beide Beteiligten waren sunnitische Moslems ↩
  2. Jüdische Haus-Kopfbedeckung –  In der Öffentlichkeit trägt der europäische Jude traditionell einen Hut ↩

Der atlantische Mob und seine Geschäftsgrundlage

Es war schon immer sehr viel einfacher, sich einer Horde anzuschließen und dort im Kreise anderer Schafe laut mitzublöken als sich allein und ohne Unterstützung durch den Mob eine eigene Meinung zu bilden. Der gemeine Bürger kennt das aus den Filmen, die man ihm jeden Tag zur Primetime serviert: Der Mob (meist einfache Leute ohne großen Horizont) haben den Schuldigen schon ausgemacht und sind gerade damit fertig, ihre Selbstgerechtigkeit in eine Tat umgesetzt zu haben, da stellt sich heraus, dass sie auf dem Holzweg waren und einer der Ihren, meist ein Mitglied der Führung des Mobs selbst, der Bösewicht war und alle anderen an der Nase herumgeführt hat. Das aber, wie zurzeit in den Leitmedien nachzulesen, der Mob aus den Spitzen der Gesellschaft, den Politikern und Leitmedienvertretern sich zusammensetzt und die Gemeinen nicht wie im Film die Täter, sondern die weitsichtigen Mahner sind, das widerspricht der durch die Filme vermittelten Positionen der Gesellschaft diametral. Der atlantische Mob und seine Geschäftsgrundlage weiterlesen →

Willkommen im kalten Krieg?

Nun ist es soweit! Gerade mal 14 Tage haben unsere neuen Regierungsmitglieder gebraucht, um aufgrund von Verdächtigungen, Vermutungen und wagen Annahmen einen diplomatischen Krieg vom Zaune zu brechen. Dieser mit diplomatischen Mitteln geführter Krieg wird begleitet von gefährlich direkten Eskalationen in Syrien, in der Ukraine und an den Grenzen Russlands, wo unsere „Friedenstruppen“ feindselig auf den russischen Bären schauen. Wenn wir Kuba und Afghanistan in der Vergangenheit als hochbrisant und gefährlich bezeichnet haben, so ist das jetzt inszenierte Gewitter damit durchaus vergleichbar. Willkommen im kalten Krieg? weiterlesen →

Lästiges Tafelgerede

Während Politik und Wirtschaft gemeinsam für ein Absenken des Lebensstandards weiter Teile der Bevölkerung sorgen, kämpfen Politiker und Medien nach den Regeln der „Political Correctness“ einerseits einen sinnlosen Kampf gegen Menschen, die allzu deutlich aussprechen, woran es in unserer Gesellschaft krankt und versuchen andererseits verzweifelt, von den wirklich wichtigen Themen abzulenken. Lästiges Tafelgerede weiterlesen →

Grokowabohu

Wenn wir uns das politische Geschehen in Berlin der letzten Tage genau anschauen, wird schnell anschaulich, warum es das politische Kabarett in Deutschland mittlerweile so schwer hat und warum immer weniger Programme sich mit Politik und deren Vertretern beschäftigt. Das ist so, weil die besten Kabarettisten mittlerweile die Politiker selbst sind, die übertreibend, voller Häme und Missgunst sowohl den politischen Gegner 1 als auch den eigenen Parteifreund verleumden, hintergehen und niedertrampeln.
Ausgehend von einem für alle Seiten unangenehmen Wahlergebnis und dem folgenden gescheiterten Versuch der Parteispitzen, eine für alle erträgliche Lösung zu finden 2, findet in der innere Parteienlandschaft nach und nach ein Wortbruch nach dem anderen und ein Überfall auf den politischen Freund nach dem anderen statt. Die SPD geht in die Opposition, Schulz will nicht Minister unter Merkel werden, wir bestimmen schnell mal einen neuen Parteivorsitzenden, diese SPD ist nicht regierungsfähig, wir werden eine personelle Erneuerung der Partei in die Wege leiten, und was sonst noch alle getönt wurde vor und nach der Wahl. Das alles scheint vergessen. In den Medien werden bereits seit Wochen Sachthemen nicht mehr besprochen. Interessant für die Nachrichtenprofis scheint nur noch zu sein, wie sich die Mächtigen der Republik nach und nach selbst ein Bein nach dem anderen stellen. Was steht noch so alles im Koalitionsvertrag? Wie wird der Text dort von verschiedenen politischen Schwergewichten ausgelegt und interpretiert? Um das zu erfahren, muss man nicht in die Nachrichtensendungen und Zeitungen schauen, sondern dann doch das politische Kabarett bemühen, wo eine Aussage nach der anderen, im Sketch aneinandergereiht, das Ausmaß der Intoleranz, Depression und Ratlosigkeit zeigt, das in Parlament und Regierung zurzeit herrscht.
Vielleicht helfen noch einmal ein paar Anmerkungen zu unserer Form der Demokratie und deren Funktionen einigen Menschen auf die Sprünge. Unser Land wird von Parlamenten regiert und nicht von Parteien. Parteien sind politisch orientierte Vereine, die vermittels einer Satzung und Mitgliederentscheiden politisch begabte Menschen ausbilden und zur Wahl stellen. Ist die ausgewählte Person gewählt und im Parlament angekommen, ist er nur noch seinem Gewissen gegenüber verantwortlich. Wenn wir uns aber die Geschehnisse der letzten Tage vor Augen führen, entscheiden aber fast ausschließlich Parteifunktionäre, was in den nächsten Jahren zu geschehen habe. Diese bestimmen über die Posten, die sie auch gerne selbst einzunehmen wünschen, über die Ämter, die dann meist Parteifreunde oder Gesinnungsgenossen erhalten sollen und sogar die Inhalte der Politik. Das ist aber so nicht mehr mit Demokratie vereinbar, zumal mit Seehofer da auch noch ein Mensch mitbestimmt, der dem Parlament, um das es geht, gar nicht angehört. Unser Regierungssystem heißt aber repräsentative Demokratie, nicht Parteiendemokratie 3. Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Also ich habe seit der Wahl vom unserem Parlament noch nichts gehört außer, ja genau, außer dem Beschluss, die Diäten zu erhöhen. Na ja, das war ja auch nicht schwer. Die Regierung eines Landes sollte sich, um ein weiteres nicht stattfindendes Puzzle der Aktualität zu erwähnen, eigentlich mit den Sachthemen befassen, die innerhalb einer Gesellschaft wichtig und/oder notwendig sind. Sie ist dazu da, Beschlüsse und Gesetze, die das Parlamente beschließt, umzusetzen, eventuell selbst Gesetze zu entwerfen, dem Parlament vorzulegen und nach der Verabschiedung deren Einhaltung zu kontrollieren. So ist unsere Armee, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, nur dem Parlament verpflichtet, und so kann die Ausweitung einer Mission wie im Irak auch nicht allein von einer Ministerin oder deren Partei beschlossen werden, sondern nur vom Plenum des Bundestages. Zumal die Ministerin zurzeit nur geschäftsführend im Amt ist. Also irgendwie scheinen die Zentren der Macht vollkommen verschoben zu sein; genauer gesagt wird die Macht scheinbar von Menschen kontrolliert und geformt, die eigentlich dafür nicht legitimiert sind. Das geht aber nur, wenn die gewählten Vertreter des Parlaments sich diese Eigenmächtigkeiten gefallen lassen. Auf jeden Fall stimmt hier etwas nicht. Das ist nicht unser Demokratiesystem, das steht in keinem Gesetz, was hier zurzeit vorgelebt wird ist blanke Willkür von Funktionsträgern der betroffenen Parteien.
Aber noch mal genau: wie ist das mit der Regierungsbildung? Was sagt den Wikipedia dazu?

  1. …den es eigentlich so gut wie gar nicht mehr gibt, verfolgen doch fast alle Parteien, sogar zu Teilen Die Linke, im Prinzip eine nahezu identische politische Ausrichtung, die positiv besetzt als „marktkonform“ oder negativ besetzt als „neoliberal“ bekannt ist. ↩
  2. Jamaika wurde doch von allen Parteien gewollt und propagiert, scheiterte jedoch an Starrsinn einiger politischer Köpfe, deren Angst größer war als die Vernunft… Vernunft, definiert für CSU-Funktionäre: Das für die Allgemeinheit nützliche Verhalten von Politikern in der Gesetzgebung, das nicht auf „nur ich hab immer recht“ und meine Ideen sind alternativlos, egal wie teuer, sinnlos und menschenverachtend sie auch sein mögen ↩
  3. …das Parlament bestimmt, nicht die Regierung und auch nicht die Parteien ↩

Koalitionsverhandlungen, junge Strolche und die Demokratie

Also ich weiß ja nicht, was bei der politisch orientierten Wortwahl zur Berichterstattung in Nachrichten und Medien so üblich, normal, verständlich oder auch nur gewohnt ist, aber das gros der unserer Presse zugänglichen Eindrücke zu den SPD-Parteitag und zu der darauf getroffenen Entscheidung, in Koalitionsverhandlungen mit CDU/CSU einzutreten, sollten zumindest meiner Ansicht nach von der kontroversen Diskussionskultur her, von der Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Ansichten und der kultivierten Form dabei als ein Musterbeispiel demokratischer Meinungsbildung angesehen werden. Da muss ich, trotz erheblicher Abneigung gegen die SPD 1 für die Genossen mal eine Lanze brechen. Koalitionsverhandlungen, junge Strolche und die Demokratie weiterlesen →

  1. Der Verrat am Wähler durch Schröder und Co kann und werde ich zumindest heute noch nicht verzeihen können, zumal ich als angehender Rentner deutlich sehen kann, welche Konsequenzen die Agenda-Politik hat. ↩

Wenn ein Täter sich zum Opfer macht…

Zur besten Sendezeit in einem Sender des öffentlich rechtlichen Fernsehens, Arte,  wurden die zwei Teile des US-Propagandafilms „Putin vs. USA“ ausgestrahlt. Und die Frage sollte gestellt werden, wer hinter diesen Machwerken wohl stecken könne. Zwei mit öffentlichem Geld gekaufte Lobbyfilme werden einem europäischen Publikum in der Manier einer Dokumentation vorgestellt. Es wird suggeriert, dass eine der drei Supermächte (zumindest von der Bewaffnung her) auf höchst aggressive Weise die Weltherrschaft mittels Desinformation, Geheimnisverrat und Fake-News anstrebt.  Wenn ein Täter sich zum Opfer macht… weiterlesen →

Neuwahlen statt Propaganda

Bisher war das Thema Propaganda im offiziellen Sprachgebrauch nur im Netz präsent und dann meist auf Kanälen und Seiten, die von der etablierten Presse und den Bildmedien gerne mal als Querfront, als Verschwörungstheorieportal oder als Egozentrik Darstellung angesehen, oder besser ausgedrückt  denunziert wurden. Das ändert sich gerade. Wenn wie am vergangenen Wochenende Vertreter der an den Regierungsbildungsverhandlungen beteiligten Parteien ihre Ansichten in den Ether hinausblasen, was denn das zusammengestoppelte Papier wert sei, wozu es eigentlich erstellt wurde, wozu es als Grundlage dienen solle und sich dabei diffamierender und herabwürdigender Sprachwendungen bedienen, muss man feststellen, dass die Propaganda mittlerweile sogar in ihrer billigsten Form in den breiten Informationsmedien angekommen ist. Nicht dass es dort bisher keine Propaganda gegeben hätte, nein, aber bisher war das zumindest noch in professionellen Sprachgestalten versteckt und so ohne weiteres nicht offen erkennbar. Neuwahlen statt Propaganda weiterlesen →

Das Ergebnis in einem Wort beschrieben: MERKELN…

Die finale Fassung dieses Papiers (finale Fassung der Sondierungsgespräche zur Bildung einer Groko)  ist, davon abgesehen, dass die Sprache darin ein Zumutung ist und ganz sicher auch aus einer Anwaltskanzlei stammen könnte, eine Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen und Selbstverständlichkeiten, die eigentlich die ganz normale Praxis eines Parlamentariers oder Regierungsmitgliedes beschreibt. Es ist keineswegs eine Beschreibung eines Politikwechsels, keineswegs die Beschreibung einer Politik-Änderung, keineswegs eine Neuerung oder eine andere soziale Ausrichtung, sondern vielmehr die Fortsetzung des neudeutschen Wortes „merkeln“.

Das Ergebnis in einem Wort beschrieben: MERKELN… weiterlesen →

Politik und Zeitkritik