Das Narrativ als Grundlage der Identitätsbildung

Eine neue sozialwissenschaftliche Modellgrundlage für den Blick auf die Gesellschaft
Die Frage, die ich mir seit geraumer Zeit stelle und über die ich hier schreiben möchte ist: „Was ist dieses Ich?“, mit dem ich viele Sätze in der Kommunikation mit anderen beginne, „was ist dieses Ich“ für mich, wenn ich nachdenke und „was ist dieses Ich“ für andere. Ich möchte erkennen können, wie dieses Ich zustande kommt, wie es begründet ist und in der Folge natürlich auch, wie ich dieses Ich verändern kann, wenn ich das möchte. In der Soziologie wird diese Fragestellung unter dem Begriff der Identitätsbildung abgehandelt.

Weiterlesen

Ein Versuch zum Narrativ „Arbeit“

In diesem Entwurf möchte ich über das Narrativ (ein soziologischer Begriff: Erzählung) erzählen, das Narrativ, das ein Arbeitsleben begleitet und von der Ausbildung oder sogar der Schule beginnend durch ein Leben führt bis zum Ruhestand. In diesem Narrativ schlägt sich ein Lebensentwurf nieder, der heute, im Gegensatz zu meiner Jugend, die in den siebziger Jahren stattfand, vollkommen verändert erscheint. Während er in meiner Jugend sich über die Ausbildung beginnend in geradlinigen Bahnen vollziehen konnte, sind Lebensentwürfe heute nicht mehr wie ein Fahrzeug, das eine vorbestimmte Strecke zurücklegen wird, sondern ist eher wie ein Konvoi zu betrachten. Es gibt heute für viele junge Menschen, die schon nach kurzer Zeit einen Abschnitt abschließen müssen, es kann heute Lebensabschnitte geben, nach denen ein vollkommener Neuanfang notwendig ist und es gibt sogar wieder Zeiten, die von großer Unsicherheit beherrscht werden. Wie anders ist da mein Leben verlaufen, das nach abgeschlossener Ausbildung, nach vorzeitiger Prüfung, mit unbegrenzten Vertrag über einen Zeitraum von 47 Jahren in nur einem Unternehmen ablaufen konnte und der mir eine ungebrochene Lebenslaufbahn, Sicherheit und heute eine ausreichende Altersversorgung beschert hat. Die Frage, die sich stellt, ist die: Was ist anders heute? Woran krankt diese neue Unsicherheit? Wer hat dieses Heutige beschlossen oder gar verschuldet? Wie kann es zum Besseren hin verändert werden?

Weiterlesen

Die Lesestunde: Das Hamburger Programm der SPD

Das Hamburger Programm vom Okt 2007, mit einem Vorwort von Kurt Beck, ist für den aufgeklärten Leser 2017 ein schwerer Brocken, und ich muss sagen, selten hat mich eine Lektüre so frustriert wie dieses an und für sich und in weiten Teilen sehr fortschrittlich und sozial ausformulierte Grundsatzprogramm. Es sind nicht die Inhalte, die hier zum Ärgernis werden, sondern viel mehr der Abgrund, der sich auftut, wenn man vorurteilsfrei die formulierten Absichten vergleicht mit der Lebenswirklichkeit, die durch die regierende Mitverantwortung der SPD über einen Zeitraum von 10 Jahren geschaffen wurden.

Weiterlesen

Eine erste Lesestunde : Das Grundsatzprogramm der AfD

Man mag über die AfD denken, meinen oder sagen, was man will, aber in einem demokratischen System wie dem unseren ist eine Partei solange eine ernst zu nehmende Kraft, solange sie sich an Gesetze und Regelungen hält, die für Parteien vorgeschrieben sind. Und meines Wissens ist dieser Partei bisher nichts oder nur sehr wenig vorzuwerfen. Und die wenigen Kleinigkeiten, die hier genannt werden könnten, sind bei anderen Parteien ebenfalls zuhauf vorzufinden.

Weiterlesen