Zeitkritik: Woran wir arbeiten müssen und was wichtig ist

Ich habe 50 Jahre in einem analytischen Labor gearbeitet, dort Methoden entwickelt, selbige validiert und dann Prüfungen damit durchgeführt. Sehr häufig wie in der Forschung und Entwicklung üblich konnte ich nur begrenzt vor vorhandenes Methodenmaterial zugreifen, zumal alle 5 Jahre sich die Techniken, die zur Verfügung standen, verfeinert oder gar vollkommen verändert haben. Und da lernt man als erstes, das, wenn eine Methode nicht die Ergebnisse hervorbringt, die gefordert wurden, man nach einer anderen, abgewandelten oder neuen Methode suchen muss. Wenn diese Methode dann zu falschen Ergebnissen führte, hieß es immer, zurück zum Anfang der Reform und es beginnt ein neuer Versuch samt anschließender Validierung. Wenn also eine politische Reform nicht die gewünschten Ergebnisse erbringt, muss man zurück zu der Lage, in der noch etwas funktionales vorgefunden wurde. Und von dort kann der nächste Versuch stattfinden. Was unsere Politik aber macht, ist immer weiter reformieren bis der Karren so tief im Dreck steckt, das es weder vor noch zurück mehr geht. Dann werden die Köpfe ausgetauscht und das Spiel geht mit kleinen Variationen an unwichtigen Stellen weiter in die nächste Runde. Vieles in Deutschland steckt noch fest im Sumpf und es gäbe Hoffnung, aber manch Wichtiges steckt nunmehr nicht einmal nur in sumpfigem Gelände, sondern wandert unaufhaltsam einem Abgrund entgegen. Und dort ist vernünftiger Weise die erste der nächsten Aufgaben zu suchen. Wenn wir Abstand vom Abgrund gewonnen haben, können wir uns dann um die Sumpfbaustellen kümmern. Unser Abgrund heißt Außen- und Kriegspolitik, und ja, das, was wir zur Zeit machen, ist Krieg, nicht Verteidigung und ich schrieb es bereits so oft und in eigenen Worten. Dabei ist Krieg uns Deutschen absolut verboten:

Text von Artikel 26 des Grundgesetzes

(1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.

Was versteht man unter einem Angriffskrieg?

Als Angriffskrieg bezeichnet man gemeinhin einen Krieg, der von einem Staat bewusst mit der Absicht, Krieg zu führen, begonnen wird. Da jedoch heute kaum noch Kriege formell erklärt werden und jeder beteiligte Staat nur die Notwendigkeit der eigenen Verteidigung vorgibt, führt diese Definition nicht mehr weiter. Daher gilt als Angriffskrieg im neueren Sinne jede militärische Gewaltanwendung eines Staates gegen einen anderen, die gegen das völkerrechtliche Gewaltverbot verstößt und nicht gerechtfertigt ist. Eine Rechtfertigung ist z. B. möglich im Falle der (echten) Selbstverteidigung gegen einen fremden Angriff (Art. 51 UN-Charta) sowie bei Maßnahmen des Sicherheitsrats (Art. 39 UN-Charta).

Quelle: https://das-grundgesetz.de/der-bund-und-die-laender/artikel-26-gg/

Das ist die erste und wichtigste Baustelle, die es zu bearbeiten gilt. Dann kommt die Versorgung der Bevölkerung mit notwendigen Gütern und Dienstleistungen, damit ein jeder Bauch ausreichend gefüllt, jeder Kopf ein bezahlbares Dach über dem Kopf und jeder Hilfesuchende eine entsprechende Betreuung erfährt. Denn das sorgt für Ruhe und Zufriedenheit in der Bevölkerung und schafft den Raum für weitere Neuerungen. Und wenn das dann geschafft ist, können wir uns um Ausnahmeregeln, Gendern, postmodernes Gedankengut und dergleichen kümmern. Es geht um die Reihenfolge, und dort dann zunächst um Qualität, um genau zu sein, und nicht um die Quantität und Vielheit an allen möglichen Ecken. Die Basis muss stimmen, erst dann kann auch die Kür zu einem erquickenden Zeitvertreib werden.

 

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