Das Titelbild ist die Abbildung der Erde aus einer Mollweide-Projektion (https://geocanvas.app/en/mollweide). Diese zeigt die Landmassen unserer Welt im richtigen Maßstab bezüglich Größe und Lage an. Die hier gewählte Einstellung setzt Europa in den Mittelpunkt der Karte. Bemerkenswert ist, das vor der Entwicklung dieser Projektion der europäische Kontinent in nahezu allen Karten immer deutlich zu groß dargestellt wurde. Das hat aber scheinbar bisher niemand so richtig interessiert.
Es geht mir in dem folgenden Artikel um das Grundsätzliche, das nahezu alle Bereiche des Lebens auf unserer Welt trägt. Und wir sind uns doch wohl einig, das neben den Religionen die Wissenschaften dabei eine bedeutende Rolle spielen. Hier ist aber, wie ich finde, noch sehr viel im Argen.
Ich fange einmal ganz banal an: Unsere Erkenntnisse über das Universum beruht ausschließlich auf dem Wissen über unser Sonnensystem und darüber hinaus über die Detektion von Licht der uns bekannt und messbar gewordenen Wellenlängen. Alles was weder Licht dieser Art abgibt, reflektiert oder absorbiert ist uns unbekannt. Und zu diesen Unbekannten gehören mittlerweile bzw. immer noch 95,1% der wirksamen Größen des Universums. Dazu zählen Dunkle Materie (26,8%) und Dunkle Energie (68,3%), von deren Existenz wir nur wissen, weil unsere physikalischen Gesetze, wie sie zur Zeit gehandhabt werden, keine andere Erklärungen zulassen. Die Wahrscheinlichkeit, das diese Gesetze ebenfalls nicht korrekt sein könnten, wird zwar dadurch entschärft, das wir sehr exakte Flugbahnen durch das uns bekannte und zugängliche Vakuum berechnen können, aber seien wir mal ehrlich, sehr weit über die Grenzen unseres Sonnensystems sind wir noch nicht vorgedrungen. Was hier stimmig sein kann, muss in anderen System längst nicht auch stimmig sein. Und hier komme ich zu dem Schluss, das unser Wissen über das Universum so begrenzt ist, das wir sagen müssten: Wir wissen eigentlich nichts!
Betrachten wir weitere Felder unseres wissenschaftlich belegten Wissens, so stolpern wir auch hier über sehr einschneidende Fragen. Wir müssen zum Beispiel zugeben, das wir, solange wir kein lebendiges Wesen aus toter Materie erzeugen können, nicht wissen, was Leben eigentlich ist. Wir glauben zwar mittlerweile, das wir sehr genau wissen, wie ein lebendiger Körper zum Beispiel eines Menschen funktioniert, haben aber keine Ahnung davon, wie wir den Alterungsprozess aufhalten oder verzögern können, wie wir Krebs und andere Krankheiten heilen und nicht mehr vorhandene Körperpartien ersetzen können. Leben wird nach wie vor nur von lebendigen Wesen an Nachkommen weitergegeben. Müssen wir den Tod eines Wesens detektieren, ist das betroffene Objekt aus dem lebendigen Pool herausgefallen und der zurückbleibende verwesende Körper dient nur noch als Dünger und Nahrungsquelle für andere Lebewesen. Das ist doch eine ernüchternde Erkenntnis und zeugt nicht von umfangreichem Wissen. Und was nach dem Tod mit dem geschieht, was das Leben eines Wesens in Gang hielt, ist nach wie vor vollkommen unbekannt. Es gibt viele Theorien darüber, aber seien wir ehrlich: Wir wissen darüber nichts!
Nach den geltenden und übereinstimmenden Anschauungen der Wissenschaften sind wir als Menschen zur Zeit noch das einzige Lebewesen, das so etwas wie Geist hervorgebracht hat. Geist hervorbringen und einsetzen wird so definiert, das dieser Geist in der Lage ist, Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, diese zu kommunizieren und über Gemeinschaften die Welt auf der Erde nach seinen Wünschen auszuformen. Nun kann und muss man sogar da auch schon mal etwas genauer hinschauen. Das Leben auf der Welt befindet sich auf einer sehr dünnen Oberfläche eines Planeten mit einem flüssigen und festen Kern aus überwiegend Eisen und Nickel. Genau genommen können können wir heute sagen, das wir auf einem Mantel von 2900 km Dicke leben, dessen Innenleben wir weder beeinflussen noch steuern können. Man denke dabei nur an Erdbeben, Vulkane und Bewegungen der Erdplatten. Dann haben wir nach wie vor ein großes Problem mit den Luftbewegungen der Atmosphäre und seiner Auswirkungen, schlicht Wetter genannt. Gegen Dürreperioden, Wärme und Kälte und alle möglichen Arten von Stürmen sind die Bewohner des Planeten nach wie vor machtlos. Und das aus dem Universum hier und da Materie auftaucht, das die Erde mit großer Wucht treffen könnte wie ein Supergeschoss, ist ja zwar hinlänglich bekannt. Abwehrmaßnahmen gegen ein solches Geschehen gibt es aber noch lange nicht. Dann sind wir durch Magnetfelder, verursacht durch den rotierenden Erdkern, zwar vor kosmischer Strahlung geschützt, wie genau das geschieht scheint zwar bekannt zu sein, aber wie es beeinflusst werden könnte, sollte es mal notwendig werden, wissen wir auch nicht.
Hinlänglich zum Leben auf dem Erdmantel beherrscht der Mensch zumindest größtenteils den Part, der als lebendig betrachtet werden kann. Allerdings hatte der Mensch bis vor wenigen Jahren weder die Idee noch den Gedanken, das die Ressourcen, auf denen unsere Technik und damit unser Lebensinhalt bezüglich Nahrung, Atmung und Schutz vor den Naturgewalten beruht, als eine endliche Größe betrachtet werden muss. Die Erkenntnis der Ressourcenendlichkeit wurde erst bemerkt, als der Planet schon fast als geplündert betrachtet werden konnte. Und selbst heute noch im dritten JT ist das oft nur in den industriell hoch entwickelten und somit gebildeten Regionen Usus. Die große Masse der Menschheit lebt nach wie vor in der Gewohnheit der Ressourcenausbeutung. Selbst die Erkenntnis, das die uns umgebende Natur sauber und funktional bleiben muss, damit Leben möglich bleibt, wird nicht annähernd überall auf der Welt erkannt geschweige denn gelebt. Was wir bereits heute erleben sind weltweit ein Mangel an sauberen Trinkwasser, sind Mängel an den Rohstoffen des Bauwesens (u.a. Sand), Mängel an den Grundstoffen für die Energiegewinnung (u.a. Öl, Gas) und Mängel an gesunden Nahrungsmittel. Und das Natur auf Synergien beruht, die auch zwischen den unterschiedlichen Lebensformen notwendig sind, ist am Beispiel der Bienen und der Sauerstofferzeugung durch Pflanzen mehr als deutlich erkennbar. Gelebt werden diese mittlerweile Allgemeingut zu nennenden Erkenntnisse aber nach wie vor eher selten.
Auch die Tatsache, das ein begrenzter Planet nur eine begrenzte Anzahl von Bewohnern haben kann, womit nicht nur Menschen gemeint sind, wird nicht wirklich wissenschaftlich betrachtet. So wächst die Menschheit überproportional zum Rest des Lebens und beschneidet den Lebensraum ihrer Mitbewohner, auf die allerdings nicht so ohne weiteres verzichtet werden kann. Es bleibt die Frage zu klären, wie viele Menschen der Planet Erde tragen kann, ohne seine Ressourcen zu erschöpfen und das ökologische Gleichgewicht, das unsere Lebensgrundlage darstellt, zu zerstören. Auch wenn es hier und da Visionen gibt, den Planet zu verlassen und andere Welten zu besiedeln, ganz ehrlich: Diese Gedanken sind mehr als sehr sehr weit von einer Verwirklichung entfernt. Wir kommen ja nicht einmal ohne Probleme auf unseren Trabanten. Ich komme schon lange zu der Erkenntnis, das es an der Zeit wäre, die Anzahl der menschlichen Mitbewohner zumindest konstant oder besser leicht rückläufig zu organisieren. Aber wie, wer und womit das zu erreichen sein könnte ist mir bislang nicht erkenntlich. Zu groß sind die kulturell bedingten Narrative, die solch eine Maßnahme, die als Einschränkung gesehen werden würde, möglich machen könnte. China hatte es ja mal versucht und ist gescheitert. Wie also das Leben auf unserem Planeten erhalten und geschützt werden kann ist nach wie vor nur sehr begrenzt erforscht.
Zu den Wissenschaften gehören ja auch die Lehren der verschiedenen Religionen, zu denen sich Menschen auf der Erde bekennen. Die Geschichten, Erzählungen und Narrative dazu sind weit verbreitet und werden auf der uns bekannten Welt auch fleißig weitergetragen. Der Urknall, die Erkenntnisse der Astrophysik und Kosmologie, die Relativitätstheorie oder der Hintergrund von Schrödingers Katze sind allerdings in den religiös orientierten Wissenschaften noch nicht angekommen. Nach wie vor werden dort Erzählungen gepflegt, die mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht einmal annähernd harmonieren. Unabhängig davon bedienen die Religionen ja die Notwendigkeit, den Menschen einen Sinngehalt zu vermitteln. Und nach wie vor sind Götter, Götterbilder, Gurus, Meister, klassische Texte und Schöpfungsmythen sehr verbreitet. Weshalb und wofür wir leben und auch sterben wird ausschließlich in Narrativen, also Erzählungen von Glaubensinhalten, gepflegt. Sünde und Schuld, der Glauben an eine Seele, an eine Aufgabe und eine Wiedergeburt in der Welt hier oder in anderen Dimensionen sind meist Inhalte dieser Glaubensregeln. Ich will jetzt nicht zynisch über solche Inhalte schreiben, aber schon anhand der Vielfalt der existierenden Narrative müssen wir zum dem Schluss kommen, das wir als Menschheit auch hier Wege beschreiten, von denen wir weder etwas wissen noch wissen können. Das ganze Sinngefüge ist schon aufgrund der Uneinheitlichkeit und Vielheit der Theorien als unbekannt zu bezeichnen und kann daher noch lange nicht als erschlossen betrachtet werden.
Aus den genannten Motiven wie Ressourcen, Glauben und Mangelversorgung entstehen nach wie vor Kriege, Kämpfe, Mord und Totschlag. Mit der industriellen Fertigung sind Waffen und Waffensysteme entstanden, die als Ganzes bereits in der Lage sind, nicht nur unter den Menschen, sondern für das ganze Lebensgefüge sogar den Schlussstrich zu ziehen. Gerade heute wieder an Anfang des 3. JTs stehen wir wie 50 Jahre zuvor ganz nahe an einem Abgrund, der die Existenz des einzig uns bekannten Lebens vollständig zerstören kann. Eine solche Möglichkeit ist bisher in der Geschichte noch nie vorgekommen: Millionen von Jahren Entwicklung können in ganz kurzer Zeit (Monate) unterbrochen, gestoppt, umgekehrt und endgültig vernichtet werden. Das ist eine sehr traurige Bilanz, nicht nur für den Menschen, sondern auch für die Wissenschaften, die dies nicht vorausgesehen bzw. verhindert haben. Zusätzlich sind die bestehenden Systeme und die Organisation von Zivilisation in einem Umschwung begriffen, von dem wir nicht einmal annähernd wissen, wohin das sich entwickeln wird. Zusammenfassend müssen wir auch hier erkennen, das wir nicht wissen, wohin die Reise gehen wird. Grund zu Optimismus gibt es meiner Ansicht nach zur Zeit nicht. In diesem Feld haben die Wissenschaften, wie wir sie heute kennen, nichts erreicht und nichts wesentliches zu den aktuell notwendigen Problemlösungen beigetragen.
Nun befinden sich die Menschen im alltäglichen ja nicht immer in sozial gestalteten Organisationen, in denen die Versorgung der betreuungsbedürftigen Mitglieder der Gemeinschaft (Kinder, Kranke, Alte) ausreichend geregelt ist. So sind viele Gemeinschaften gezwungen, durch Kinderreichtum die Versorgung aller innerhalb der Gemeinschaften zu erhalten. Das spricht wiederum nicht für die Möglichkeit, Ressourcenerschöpfung und Übervölkerung zu überwinden. Dann kommt erschwerend hinzu, das das Verhältnis der zwei Geschlechter, über die eine Fortpflanzung möglich ist, sich nicht auf ihre eigentliche Aufgabe beschränkt, sondern die Fähigkeit zur Sexualität wird in vielen Kulturen zusätzlich als Grundlage bzw. Kitt für den sozialen Aufbau einer Gemeinschaft (Ehe, Familie, Macht) angesehen. Die Problemfelder, die diese Fremdbestimmungen mit sich bringen, sind bekannt und müssen nicht detailliert ausgebreitet werden. Eine Entsprechung gibt es bei genauem Hinsehen in dem Themenkomplex Macht und Machtausübung, zu dem auch die Fähigkeit, Reichtum anzuhäufen, gehört, was ebenfalls zur Ressourcenerschöpfung beiträgt. Auch hier breiten sich die Wirkungen des Gebrauchs in vielen Rückkopplungen nahezu unerforscht und ungebremst aus. Es ist bisher wohl als nicht gelungen zu bezeichnen, die Ausübung sowohl von Macht, Reichtum als auch von Sexualität so einzuhegen, das Missbrauch verhindert werden kann. Auch hier ist es den Wissenschaften bisher nicht gelungen, eine funktionale Lösung zu finden, im Gegenteil, sie scheinen wohl eher geneigt zu sein, die Missbrauchsmöglichkeiten zu erforschen und weiter auszubauen. Hat sich nie jemand gefragt, wer die ganze Tötungs- und Betrugsmaschinerie, wie sie heute existiert, erfunden und gebaut hat und wer sie dann auch einsetzt? Dummköpfe sind das doch wohl nicht!
Zusammenfassend kann und muss doch wohl gesagt werden, das das Gros der bereits benannten Themenfelder bisher als vollkommen ungelöst betrachtet werden müss. Unsere Wissenschaften, die sich im Glauben bewegen, nahezu alles erklären zu können, waren bisher nicht in der Lage, in all diesen Feldern etwas visionär Gutes zur bestehenden Praxis beizusteuern, im Gegenteil, wie die Fähigkeiten zu Krieg, Reichtum und Macht beweisen, haben sie eher die Grundlagen für den Ausbau der bestehenden Missbrauchssysteme gelegt. Die Grundlagenforschungen zum Universum, zum Leben, zu Gemeinschaften, zu Ökosystemen, zu Naturgewalten, zu Frieden, zu Verteilungsfragen und übergreifend zu allen Themen zum richtigen und sinnvollen Maß sind eher spärlich. Die Geisteswissenschaften beschäftigen sich mehr und mehr nur noch mit sich selbst, die Sozialwissenschaften stehen im Soldbuch von Macht und Reichtum und die wirklich wichtigen Fragen zu Leben und Sinn stehen eher nicht mehr auf der Tagesordnung. Wir haben zwar das gesammelte Wissen, das uns in unsere bestehende prekäre Lage gebracht hat, gesammelt und sogar Automaten erfunden, die dieses allgemein allen zugänglich machen können. Die Automaten werden wohl bald auch klüger sein als ihre Erbauer! Wird das zu Lösungen führen? Ich glaube eher nicht. Wir müssten unsere Ansichten über nahezu alle entscheidenden Fragen doch nicht weiter in der Breite ausbauen, sondern wohl eher in der Tiefe hinterfragen. Ist es nicht eher so, das wir feststellen müssen, uns in Holzwegen verzettelt zu haben. Und aus Holzwegen kommt man doch nur heraus, wenn wir zumindest erst mal stehenbleiben. Dann sind Rückbau und die Umsetzung von Einsichten notwendig, die meist grundsätzlicher Natur sind. Wie war das doch mit den Religionen und ihren Grundregeln: Du sollst nicht töten. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht schlechtes Zeugniss ablegen wider deinen Nächsten. Jeder weiß es, aber niemand hält sich daran.
Kriege sind unmöglich, wenn es weder Waffen dafür in den Händen noch einen Willen dafür in den Köpfen gibt. Hunger kann nur dann vermieden werden, wenn es für alle Lebewesen einen gerechten Zugang zu den Nahrungsmitteln und Lebensraum gibt und deren Verteilungen sinnvoll geregelt wird. Nur der Mensch kann diesen Schritt einleiten. Macht und Reichtum müssen eingehegt werden, um ihren Missbrauch zu unterbinden. Die Notwendigkeit der Sexualität und die Fähigkeit zu Glauben dürfen ebenfalls nicht missbraucht werden können. Auch das kann nur in den Köpfen selbst eingerichtet werden. Äußerer Zwang ist dazu unfunktional. Und wir müssen dazu übergehen, das Ganze des Lebens zu sehen und das richtige Maß zu finden, damit wirklich alles Notwendige im Rahmen der Möglichkeiten bleibt, auch zukunftsweisende Lösung zu finden. Die jetzige Form des „nach mir die Sintflut“ muss daher eindeutig und schnell unterbrochen und abgestellt werden. Das zu erreichen wird viel Einsicht, Kraft und Verzicht kosten, dazu bedarf es Bildung, Einsichten, Hartnäckigkeit und ein weises generationenübergreifendes Planen in eine unbegrenzte Zukunft. Seien wir ehrlich: Davon sind wir heute noch sehr sehr sehr … weit entfernt. Die Wissenschaften könnten diesen Weg beschreiten, aber dafür müssten sie sich besinnen. Nicht alles, was machbar ist, ist nämlich auch sinnvoll. Das zu erkennen wäre schon mal ein Anfang. Aber, wie immer, der erste Schritt ist der Beginn von allem. Werden und wollen wir ihn nicht wagen, werden wir an uns selbst untergehen und alles Leben mitreißen. Das wäre, finde ich, zumindest schade; schon wegen der Kollateralschäden, denn: Die Tier und Pflanzenwelt trägt bisher nicht zur Plünderung der Erde bei. Intelligenz gibt es auch da. Soweit ich weiß, sind Delphine intelligenter als Menschen, denn: Sie leben im Rahmen ihrer Notwendigkeiten friedlich innerhalb ihrer Art und in ihrer Umgebung. Allein das schon zeugt von Weisheit.