Dann spielen natürlich auch heute eingebundene Bevölkerungsgruppen, die in früheren Zeit (vor 1970) für die gesellschaftliche Prägung einschließlich der Debatten nicht immer gehört werden mussten, für die detektierte Unübersichtlichkeit eine Rolle. Die arbeitende männliche Bevölkerung früherer Prägung war im Großen und Ganzen eine relativ einheitliche Gruppe. Durch die Angleichung der Rechte der zunächst zwei Geschlechter traten die Frauen als weitere Mitstreiter auf die Bühne, dann kamen weitere gesellschaftlich ausgegrenzte Gruppen wie LGBT usw. hinzu und wir haben in Deutschland entschieden, ein Einwanderungsland zu sein und kulturell anders geprägte Menschen aufzunehmen, die selbstverständlich ihre mitgebrachte Kultur auch nicht aufgeben konnten/mochten. Die neuen Mitstreiter brachten neue Ansichten, Gewohnheiten und Werte mit sich, die, so vernünftig und als gewollt sie auch betrachtet wurden, das alte und feste Gefüge doch ordentlich ins Wanken brachten. Die Familie der nativ deutschen Menschen wurden prekär, man denke nur an die hohen Scheidungsraten, die zugewanderten Menschen brachten die Großfamilienstrukturen mit und andere Gruppen bestanden auf ihrem Recht auf gerechter Einordnung in die Gesellschaft. Ich glaube, das man sich hier in den 1970ern keine Gedanken darüber gemacht hat, wie das wohl in den so heiß geliebten alten Bahnen gehalten werden könne, denn man dachte ja gar nicht daran, diese aufzugeben. Das es nicht funktionierte wie erwartet, ist heute offensichtlich. Offensichtlich vergessen wurde eine sehr wichtige Bevölkerungsgruppe, deren Rechte zwar eingeschrieben, aber selten beachtet wurden, nämlich die der Kinder. Verrottende Schulen und die Reformen im Bildungswesen sprechen doch wirklich eine Sprache, die an den Kindern und ihren Bedürfnissen vollkommen vorbei gehen. Heute ist also Bunt die neue Farbe der Gesellschaft, das alte Grau der klassischen Familientradition ist trotzdem nicht verschwunden und das Bunte hat ja leider auch seine Schattenseiten mitgebracht. Da gibt es neue Religionen, neue Weltsichten, neue Freizügigkeiten, aber auch neue Feindseligkeiten, die mit Toleranz allein nicht geglättet werden können. Vielheit ist eben nicht Einheit und auch nicht Gleichheit. Ich denke, das die Neue Linke, wie sie seit den 70ern wirkt und heute nur unter dem Namen „Die Mitte“ bekannt ist, irgendwie zwar schöne Träume hatte, aber konzeptionell viel zu dünn aufgestellt war, um gegen JHe-alte Traditionen anzugehen. Etwas vorsichtiger zu agieren wäre sinnvoller gewesen. Aber so ist das eben, ist der Karren erst eingesunken, lässt es sich leicht über die gemachten Fehler mokieren. Wir müssen also doch da anfangen, wo wir heute stehen.
Wir hatten nach dem Zweiten Weltkrieg vor, der Kriegsgefahr entgegenzuwirken, indem wir die Staaten Europas vereinen und durch diesen Zusammenschluss eine neue Ordnung in Europa zu schaffen. Die Europäische Union, wie dieses Gebilde heute heißt (EU), war nur notdürftig strukturiert, da die Gründungsmitglieder sich schon zu Beginn ihrer Arbeit wohl nicht auf eine übergreifende gemeinsame Organisation einigen konnten. Viele neue Mitglieder brachten weitere Spannung ein und heute ist das Konstrukt EU ein nicht zusammen spielender Haufen von einzeln kämpfenden Staaten, die nur noch durch wirtschaftliche Abschottung nach außen zusammengehalten wird. Hier ist dringender Reformbedarf, ja mehr noch eine vollkommene Neuausrichtung der Basisstruktur, notwendig, um aus einem zerstrittenen Staatenbund eine gemeinsam agierende Friedensmacht zu machen. Frieden, ja genau, Frieden war das Ziel dieser Organisation, und nicht das Führen von Materialschlachten mit weit überlegenen Supermächten wie Russland, USA und China und dem Ausplündern von weniger entwickelten Regionen der Erde. Zusammengerechnet steht die EU mit 500 Mio. Menschen (6% der Weltbevölkerung) und 4 Mio. km² (2,6% der Weltlandmasse) gegen den Rest der Welt mit 8000 Mio. Menschen und 150 Mio. km². Das Europa auf den Landkarten größer abgebildet ist als es in Wirklichkeit ist, macht die Sache eben auch nicht anschaulicher. Das diese kleine Landmasse zu viele Menschen beherbergt, seine Bodenschätze nahezu vollständig verbraucht hat und daher auf internationalen Handel angewiesen ist, macht das großmächtige Gebaren der Regierungen und Kommissionen nicht sinnvoller. Statt Handel und Frieden zu erhalten ist diese kleine Staatenbund nach den USA und Israel wohl der gefährlichste Gegner einer weltumspannenden Friedenspolitik. Das sind schlechte Voraussetzungen für eine glückliche Zukunft. Das sich die EU samt ihrer Führungsmächte mit Russland im Krieg, mit China und den USA im Sanktions- und Zollkrieg befindet und mittlerweile nahezu die ganze übrige Welt gegen sich hat ist ja wohl mehr als bekannt. Wie das wohl enden wird möchte ich mir zumindest nicht ausmalen.
Dann möchte ich den Blick aus der allgemeinen europäischen Sicht mehr auf die rein deutsche Wirklichkeit richten, da mir die Beschaffenheit unserer europäischen Nachbarn doch nur spärlich bekannt ist. Bei den Medien und Bevölkerungsgruppen mögen die europäischen Länder doch wohl recht gleich ausgeprägt sein. Bei den im Folgenden beschriebenen Krisenherden steht daher die rein deutsche Sicht im Vordergrund, da ich annehme, das sich diese im Gegensatz zu den anderen 25 in der EU doch noch wohl in einem recht erträglichem Zustand befindet. Allerdings gibt es hier Baustellen, die überwiegend aus fehlerhaften Reformversuchen, falschen Strategien und modernen Ideologien zu tun haben. Hier befinden sich auch die wesentlichen Anfänge für eine Neuausrichtung der nahezu gesamten politischen Strukturen. Fangen wir schlicht einmal mit den meiner Ansicht nach wichtigsten Sparte an, der Außenpolitik. Was ich bis zu heutigen Tag nicht einmal annähernd verstehen kann ist, warum alle Parteien der Mitte so intensiv und hartnäckig der Politik der USA folgen und sich mit allen anderen Supermächten anlegen. Auch sehe ich in der politischen Ausrichtung keinen Grund mehr, den absoluten Beistandspakt mit Israel aufrecht zu erhalten. Es mag ja viele narrativ geprägte Gründe für beides geben, aber doch nicht so wie das gerade geschieht. Unsere Energieversorgung beruhte auf unserem Handel mit Russland und ich finde, das es keinen einzigen Grund gab/gibt, das einzustellen. Außerdem sind Anfeindungen, Waffenlieferungen in Krisengebiete und die heimliche Kriegsführung ein klarer Verstoß gegen das Grundgesetz, das verbietet, das „von deutschem Boden niemals wieder ein Krieg ausgehen darf“. Das wir der NATO angehören, ist doch wohl kein Grund, gegen unser Grundgesetz zu verstoßen. Weitere Verstöße finden in der Verteidigungspolitik statt, wo wir in mehreren Punkten gegen den „2 plus 4-Vertrag verstoßen. Wir haben Militär in Estland, erlauben eine NATO-Kommandoeinrichtung östlich der Grenze des ehemaligen Westdeutschland. Wir sind ein kleines dicht besiedeltes Land, das auf Handel mit Rohstoffen angewiesen ist. Da ist es doch gerade wenig förderlich, sich mit allen Rohstofflieferanten anzulegen, zumal nach eigener politischer Regierungseinschätzung unsere Armee nicht verteidigungsfähig ist und wir genug andere Probleme haben. Nehmen wir die Gesundheitspolitik als Beispiel. Alle Reformern der letzten Jahre haben das System immer prekärer gemacht. Es wurde an den falschen Stellen gespart, die Versorgungslage besonders im ländlichen Raum an den Rand der Unfunktionalität getrieben und dann auch noch in privatwirtschaftliche Hände gegeben. Das war/ist fahrlässig und nicht im sinne der Bevölkerung. Heute fehlen Ärzte, Personal an allen Fronten und die Überlastung ist so groß, das nahezu keine Grundversorgung mehr möglich ist. Wir haben dort heute ein Unmenge Bürokratie ohne sichtlichen Erfolg. Oder nehmen wir die Bildungspolitik. Unsere Schulen produzieren junge Menschen, die für den Arbeitsmarkt oftmals nicht brauchbar sind, obwohl überall über Fachkräftemangel geklagt wird, die Allgemeinbildung ist derart rückläufig, das Geschäftsleute ihr neu einzustellendes Personal erst umfangreich in Grundrechenarten, Rechtschreibung und Deutsch als Landessprache schulen müssen, bevor diese in den Arbeitsprozess eingegliedert werden können. Auf den Hochschulen sieht es nicht besser aus, dort wird mehr Wert auf Gendern, neue soziale Toleranzkompetenz (Was auch immer das sein mag…) und postmoderne Theorien gelegt als sich mit Wissenschaft an sich zu beschäftigen. Und dann ist da ja noch die die Finanzpolitik, wo zwar auf seltsamen Wegen Milliardenbeträge für den Staat flottgemacht wurden, diese aber scheinbar nur Lücken füllen müssen, die in der Vergangenheit zurückgelassen wurden. Und das genügt anscheinend noch nicht. Es wird eingesammelt, wo auch nur die kleinste Chance besteht, den berühmten „Kleinen Mann“ zu schröpfen. Die Infrastruktur verfällt, Firmen gehen pleite, die Straßen sind überlastet und die Bahn „fährt nicht, wenn mal Sommer- oder Wintertemperaturen anfallen. Und unzählige Milliarden werden in einen unerklärten Krieg verschwendet. Unsere Wirtschaftspolitik beschäftigt sich mit Themen, die Staat und Gesellschaft irgendwie gar nichts angehen sollten (Heizung, Autos, Wind- und Sonnenenergie), weil sie in der Privatwirtschaft besser aufgehoben sind und ist nicht fähig, sich um die grundlegenden Strukturen einer Volkswirtschaft zu kümmern. Alles was wertvoll ist gehört bereits irgendwelchen Investoren aus dem Ausland, wir lassen unsere Infrastruktur von Terroristen zerstören und sorgen dafür, das die Deckel von Plastikflaschen an der Nase kitzeln. Was für ein Unsinn…