Verworren, Abgeflaut, Zukunftsohnmächtig, Lebensgefährlich

Sie haben die Überschrift gelesen, die sich in vier Worten artikuliert? So sehe ich im Moment (14.04.2026) die Weltlage sowohl in geopolitischer, politischer, weltwirtschaftlicher, wirtschaftlicher, post-kultureller, post-demokratischer und auch neo-philosophischer Sichtweisen. Ich folge in der Formulierung den mittlerweile Deutschland-weiten und gerne gepflegten Gewohnheiten der „Neo“-Umdeutungen, der „Un“-Verneinungen und der „Post“-Deklarierungen. Diese in meiner Ansicht nur „Unworte“ zu nennenden Sprachverwirrungen, die ja so in Mode zu sein scheinen, sind meiner Ansicht nach nur dazu da, die seltsamen und logisch unsinnigen bzw. falschen Schlussfolgerungen, die wir aus Krisen und bisher ungewohnten Entwicklungen in der Welt und innerhalb der Nationen beobachten können, zu verschleiern.

Ich tue das in satirischen Gedenken an die Unworte „Verunsicherung“, Post-Moderne, Neo-Faschismus, Neo-Liberalismus und all die Anderen Neuschöpfungen, die mehr als unverstanden den Ether durchstreifen. Eine Postmoderne zum Beispiel kann nur von dem verstanden werden, der die Moderne verstehen konnte und in der Lage ist, Unterschiede zu erkennen und zu benennen. Doch allein schon die Auflagen der gesellschaftswissenschaftlichen Büchern zu diesen Thema lassen vermuten, das sich lediglich noch die Schöpfer und Anhänger der neuen Worte sich dieser Informationsquelle zu bedienen scheinen. Und wer sich mit der Frage der Verteidigung der Demokratie beschäftigen möchte, sollte zumindest das Standardwerk der Demokratietheorie gleichen Namens von Sartori gelesen haben, denn dort steht eindeutig und klar, das in dieser Welt keine Demokratie, die diesen Namen verdient, jemals zustande gekommen ist und die es wert wäre, unter Einsatz seines Wohlstandes oder sogar Lebens verteidigt zu werden. Es ist weltweit zu beobachten, das sich bestehende Demokratiesysteme eher zurück als nach vorne zu entwickeln scheinen. Soviel erst mal zu den zu beobachtenden gesellschaftspolitischen Zuständen in Deutschland, Europa und der Welt.

Nun wird sich ab heute wohl schon unsere heiß-geliebte EU mit ihren Zukunftsplänen 1 samt ihrer „un“-diplomatischen Außendarstellung durch die Abwahl des Dissidenten Orban in Ungarn mit einen weiterer Machtzuwachs konfrontiert sehen, und ich bin mir sehr sicher, das sich die Kommission an diesem Zuwachs bedienen wird. Gelder für die Ukraine werden wohl bald fließen, die ausgrenzende Energiepolitik wird sich weiter stabilisieren und die Bündnisfrage wird sich auch endgültig erledigt haben. Wir werden weiter im Schatten der USA segeln und unsere Abhängigkeit dahingehend noch weiter verstärken. Nun ist uns Herr Trump ja nicht gerade zugetan und ich fürchte, dass das festere Abhängigkeitsverhältnis ihn wohl dazu einlädt, Europa noch weiter zu melken.Wie ich gerade lesen musste, behauptet das Haupt der „größten Seemacht“ der Welt, das er die Straße von Hormus schließen wird, obwohl sie ja schon vom Iran geschlossen wurde. Nun ist es ja gerade nicht schwer, eine geschlossene Tür geschlossen zu lassen, da sich ja wohl kein westliches Kriegsschiff in die Nähe des Iran traut. Das ist so, als wenn ich nach der Ziehung der Lottozahlen behaupten würde, die Zahlen erraten zu haben, aber ich den Zettel weggeworfen habe, weil ich nicht wusste, was ich mit dem Gewinn anfangen soll. Was die USA allerdings machen könnten, ist, Schiffe, die aus den Indischen Ozean kommen, an der Weiterfahrt nach Hormus zu hindern. Das allerdings wäre Piraterie und würde bedeuten, das Schiffe anderer Länder gekapert bzw. umgeleitet werden müssten. Da werden sie sich die USA allerdings wenig neue Freunde machen. Ich nehme mal einfach an, auch China kann wie Russland mit seiner Marine seine Frachter schützen. Und dann wäre endgültig Schluss mit lustig. 180 Grad-Wenden sind scheinbar auch modern geworden: Heute so, morgen so, niemand hat es bemerkt, keiner wollte es wissen und keiner sagt was. Das ist nicht mehr schäbig, nicht mehr irreal, das ist Wahnsinn, nicht nur zum Täter hin gedacht, sondern auch aus der Perspektive der unzähligen Opfer. Russland schützt seine Tanker schon. Der Iran wird das in seiner Meerenge auch tun, China wird wahrscheinlich auch nachziehen müssen. Da schicken wir als Europäer doch schnell mal die britische Marine (…nicht kampffähig nach eigener Einschätzung.) und natürlich auch die Gorch Fock. Da werden die dort agierenden Schutzkräfte vor Angst im Meer abtauchen.

Europas Verhältnis zu den Großmächten lässt stark zu wünschen übrig. Für einen Kontinent, dessen Rohstoffe und Ressourcen entweder aufgebraucht sind oder sich im Osten in EU-deklarierter Feindeshand befinden ist das eine sehr schlechte Ausgangslage. Daher finde ich es ausgesprochen vorteilhaft, das sich sowohl der neue Chef in Budapest, der Kanzler in Deutschland und die Regierung in Serbien für Gespräche mit Russland ausgesprochen haben und versuchen wollen, das zwiespältige Verhältnis zumindest etwas zu glätten. Allerdings befürchte ich, das sich Brüssel da wieder einmischen wollen und jeglichen Erfolg zu verhindern suchen wird. Ich bin vor allen Dingen gespannt darauf, sollten solche Gespräche zustande kommen, welche undiplomatisch agierende Diplomaten von Deutschland auf diese Reise geschickt werden. Nun hat der russische Präsident ja viel Geduld und auch Humor. Die wird er beide brauchen, wenn die lehrmeisternden und oberschlauen Westeuropäer anrücken. Ich bin gespannt wie eine abgeschnittene Wurstkordel.

Aber Schluss mit lustig. Ich komme zurück auf die Einleitung des Artikels und die in der Überschrift aufgeführten Worte: Verworren, Abgeflaut, Zukunftsohnmächtig, Lebensgefährlich. Beginnen wir mit „Verworren“, einem Wort, das sich von verwirrt (geistig beeinträchtigt, orientierungslos) ableitet. Angesichts der aktuellen Weltlage kann man nur so weiter machen wie bisher, wenn man „verwirrt“ im Kopf ist. Das gilt für die EU, die NATO und wahrscheinlich mit wenigen Ausnahmen für den gesamten WESTEN samt seiner Anhänger. Es ist allgemein bekannt, das der Westen durch die Ukraine und Israel nahezu sein gesamtes militärisches Potential verbraten hat. Da sind zwar nach wie vor Unmengen an Waffen, aber es gibt keine Munition mehr dafür, und, das ist bezeichnend, die Waffen 2 stehen zur Zeit weitab der Krisenregionen und anderer möglicher Einsatzgebiete. Also US-Amerika wird beschützt von zwei Ozeanen. Wer oder was aber schützt Europa? Bei unserer Vergangenheit sich schutzlos zu machen und alles auf eine Karte sprich „Gewinnen gegen Russland“ zu setzen ist nur mit Verwirrung zu erklären und gab es bisher eigentlich nur in US-Aktion-Filmen zu sehen (z.B.: Mission Impossible). Das die „Bösen“ aber immer nicht treffen und die Guten (aus welcher Sicht auch immer) immer Glück haben gilt in der Realität doch wohl eher selten. Scheinbar haben die Superhelden der US-Filme den Mythos der Unbesiegbarkeit westlicher Kraft erfolgreich in die Hirne verpflanzt. Nur, nach Vietnam, Afghanistan und jetzt Iran sollte der Mythos doch wohl etwas gelitten und sich ins Gegenteil verkehrt haben: Das ist Wunschdenken der verworrensten Art. Ich denke, wir sollten das endlich erkennen und die Fahrt stoppen. Stoppen heißt nicht die Richtung wechseln, wie akademische Dummschwätzer immerzu behaupten. Stoppen heißt stehenbleiben und die Möglichkeiten ausloten, die verbleiben. Dazu braucht es aber Diplomatie von alten Schlag und kein diplomatisches Feminismusgeschwafel oder ebensolche Demokratielehrmeinungen, denn wir müssen mit allen reden, auch mit denen, die von Demokratie nach europäischem Vorbild nichts halten. Der Präsident von Burkina Faso hat es auf den Punkt gebracht: Wir brauchen keine „Demokratie, die mordet“. Erst wenn Gespräche stattfinden, können wir schauen, was uns heute noch möglich ist. Klärung der Realität statt Rätselraten wäre mein Vorschlag.

  1. Energiewirtschaft allgemein, Umweltverpflichtungen, erneuerbare Energien, Geldpolitik, Asyl- und Zuwanderungsverfahren, Emissionshandel, Militarisierung, Wirtschaftsförderung von Konzernen, Ökodesigns, Geostrategische Ausrichtung, Cancel Culture, Sanktionspolitik, Zensurmaßnahmen, NGO-Beeinflussung und -ausrichtung, Mehrheitsstimmprinzip für die EU
  2. Die größten Lücken sind in der Flugabwehr und der Aufklärung. Da ist viel zu Schrott gebombt worden in der Ukraine und der Rest ging drauf in der Golfregion. Außerdem haben sich die westlichen Waffen als unzuverlässig und viel zu teuer erwiesen. Es kosten Jahre, um die Lücken und Entwicklungsrückstände zu füllen.

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