Impfen oder Nicht-Impfen, das ist eine aktuell brisante Frage

Impfen oder Nicht-Impfen, das ist eine aktuell brisante Frage. Wir sind heute in der Pandemie-Diskussion in Deutschland besonders in zwei nahezu unversöhnliche Lager gespalten. Die erste Gruppe findet „sich Impfen zu lassen“ nahezu als eine gesellschaftliche Pflicht. Die andere Gruppe lehnt das Impfen kategorisch ab. Und in meinen Gesprächen gleich in welcher Umgebung komme ich immer mehr zu der Überzeugung, das es nicht sinnvoll ist, sich einer der beiden Gruppen argumentativ anzuschließen. Es geht doch im Grunde um die Frage, wie ein wie immer gearteter Eingriff in meine körperliche Unversehrtheit gewertet werden muss. Oder einfacher ausgedrückt: „Kann Impfen für mich zu einer Pflicht werden oder nicht?“. Wenn wir uns das Feld ansehen, in dem diese Debatte zur Zeit stattfindet, werden sehr gewichtige Aussagen aus vielen Richtungen der Gesellschaft, der Wissenschaft und der Politik aufgeworfen, und ich möchte zunächst ganz am Anfang beginnen.

Die erste Frage, die sich stellt, ist die, ob es überhaupt eine Pandemie gibt. Beantworte ich diese mit „nein“, erübrigt sich dann schon ein Weiterfragen? Oder sollte mich die gesellschaftliche „Hysterie“, mit der das Thema behandelt wird, nicht doch in irgendeiner Art und Weise fordern? Beantworte ich die Eingangsfrage mit „ja“, müsste die standardisierte Folgefrage heißen: „Was sagen die Experten dazu?“ Und schon jetzt wird die Debatte spannend, denn in keiner Frage der näheren Vergangenheit mit ähnlicher gesellschaftlicher Relevanz waren und sind sich die Experten so uneinig wie in dieser. Nun kann der normale Bürger ja nur die Informationen abfragen, die über Medien und Portale auch gegeben werden. Doch dort geht es zu wie auf dem Basar. Von „ist doch nur eine Grippe…“ bis zu „lebensgefährliche Viruserkrankung“ ist dort alles zu bekommen, was denkbar erscheint. Seien wir doch mal ehrlich: Wir können diese Fragen nicht selbst lösen. Dazu müssten wir uns in ein Fachgebiet in eine Tiefe einarbeiten, die uns zu einem akademisch gebildeten Spezialisten in Virologie machen würde. Ich habe aber einen anderen Beruf gewählt, der mir auch ohne das genug abverlangt. Und da ist ja auch noch die Freizeit, die Familie, der Freundeskreis, die alle unsere Aufmerksamkeit erfordern. Kurzer Sinn: Wir haben eigentlich keine Chance, eine rationale Entscheidung zu fällen.

Was bleibt sind Beobachtungen, und damit meine ich wertfreie Beobachtungen. Beginnen wir einfach einmal damit, wie die Pandemie ins öffentliche Bild eintritt. Der erste Ansatz dabei ist eine Zahl, die Inzidenz, die sich aus der Anzahl der positiv getesteten Menschen im Verhältnis zu 100000 Bewohnern eines Landkreises berechnet. Der Test, der dazu verwendet wird, nennt sich PCR und ist in der Wissenschaft umstritten. Die Frage ist meist, wie sicher zeigt dieser eine Infektion mit dem Zielvirus an. Er sagt trotzdem nichts darüber aus, ob die Infektion für den Betroffenen gefährlich ist oder nicht. Für mich ist die große Frage aber folgende: Gibt es zu dem Test eine Alternative? Und: Gibt es andere Zahlen, die über die Verbreitung des Virus Aussagen treffen können? Beide Frage müssen konkret mit „nein“ beantwortet werden. Die Verbreitung des Virus festzustellen und daran abzuschätzen, welche Gefahren für die Gruppen in der Bevölkerung drohen, deren Abwehr eine zusätzliche Virusinfektion nicht verkraften kann, war aber die Anforderung an den Gesetzgeber zu Beginn der Pandemie. Besonders gefährdet schienen den Zahlen nach Bewohner von Altenheimen und Menschen zu sein, die unter massiven Vorerkrankungen leiden. Daher wurde zunächst zögerlich dazu aufgerufen, Kontakte mit diesen Gruppen möglichst zu vermeiden, zumindest solange, bis ein Medikament oder eine Impfung zur Verfügung steht. Als diese Aufrufe nicht fruchteten, die Todeszahlen stiegen, wurden Maßnahmen getroffen, um Kontakte per Gesetz zu untersagen. Gab es dazu Alternativen? Ich denke, so wie ich meine Mitmenschen einschätze, eher nicht. Nun gibt es ja Stimmen, die das Geschehen eher salopp als Grippe ansehen und somit die Meinung vertreten, so 20000 bis 40000 Tote seien dabei ganz normal. Viele der zugeordneten Toten seien ja gar nicht an der Infektion, sondern an ihren Vorerkrankungen gestorben. Nur, die Betroffenen und deren Angehörigen werden da sicher anderer Meinung sein. Und der Gesetzgeber hat sich dafür entschieden, alles zu tun, was Leben retten kann und die zu schützen, die sich nicht selbst schützen können, solange, bis eine zur Verfügung stehende Impfung oder ein Medikament diese Aufgabe übernimmt. Das war eine mutige Entscheidung, vor der ich großen Respekt habe. Das sagt aber nichts aus darüber, wie diese Entscheidung dann umgesetzt wurde. Da sehe ich für die Zukunft noch unendlich viele Verbesserungsmöglichkeiten.

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