Was wir brauchen ist eine andere geistige Kultur

Entgegen den fehlenden Berichten in der deutschen Presse leben nach wie vor etwa 8% der Weltbevölkerung in extremer Armut (7), was bedeutet, das der Hunger dort alltäglich anzutreffen ist und diese Menschen heute nicht wissen, ob es morgen etwas zu essen gibt. Ich zitiere hier nur kurz aus Statista 1:

In den vergangenen Jahrzehnten ist die globale Armut in bemerkenswerter Weise zurückgegangen. Trotz dieser positiven Entwicklungen leben im Jahr 2025 nach Schätzungen der Weltbank immer noch rund 677 Millionen Menschen oder rund acht Prozent der Weltbevölkerung in extremer Armut. Ausgehend von der aktuellen Entwicklung wird in den nächsten Jahren diese Zahl weiter sinken, im Jahr 2030 werden voraussichtlich 622 Millionen Menschen in extremer Armut leben. Das bedeutet, dass zwischen 2024 und 2030 etwa 69 Millionen Menschen der extremen Armut entkommen werden, verglichen mit etwa 150 Millionen, die dies zwischen 2013 und 2019 getan haben. Auf diese Weise wird es noch Jahrzehnte dauern, bis Armut in ihrer extremen Form beseitigt ist. Laut internationalen Vereinbarungen will die Weltgemeinschaft dies eigentlich bis 2030 erreichen.

Was zu beobachten ist demnach, das der Rückgang der Armut mit jedem Jahr kleiner wird, was nichts anderes bedeutet, das einerseits Menschen der Armut entkommen und immer mehr sich wieder, aus welchem Grund auch immer, in Armut wiederfinden. Das ist ein Fazit, das der Bekämpfung der Armut, wie sie zur Zeit praktiziert wird, ein erbärmliches Zeugnis ausstellt. Es genügt eben nicht, die Menschen dort nur mit Nahrung aus Säcken und Kanistern zu versorgen. Man müsste versuchen, ihre Lebensgrundlagen so zu verbessern, das sie sich selbst versorgen, ernähren und erhalten können, statt sie in Lagern einzuzäunen und notdürftig durchzufüttern. Grund für die Probleme sind Kriege, ethnische Konflikte und Ausbeutung. Es hilft doch nichts: Wenn wir die Armut bekämpfen wollen, müssen wir aufhören, Kriege zu führen, müssen wir dafür sorgen, das Menschen als Menschen behandelt werden, gleich gültig, welcher Ethnie sie angehören und aufhören, sie dort in ihrer Not auch noch auszubeuten.

Ein Thema, das weitestgehend ausgeblendet wird, ist der Zustand der Wissenschaften (8) heute. Hier ist einiges zu nennen, was dringend einer Veränderung bedarf. Erstens sind die heutigen Bildungseinrichtungen (Schulen, Universitäten) nicht einmal ansatzweise geeignet, Frei-Geister hervorzubringen, die mit Wissen, Verstand und vor allem mit Vernunft ausgestattet die Rahmen setzen könnten, in denen eine friedvolle Zivilisation möglich wäre. Statt dessen wird Dogmatik groß geschrieben, werden freie Gedanken mittlerweile organisiert bekämpft und sind die Programme der Forschung so gestaltet, das meist nur das herauskommt, was vorher festgelegt und angefordert wurde. Die größten Neuerungen wie Digitalisierung, KI und Steuerungstechniken -Das sind doch die großen Neuerungen- sind ja nicht nur so ausgelegt, das sie dem Frieden dienen, sondern selbige werden zuerst und ganz spezialisiert für militärische und polizeiliche Maßnahmen entwickelt, bevor sie dann nach Jahren der breiten Bevölkerung in Form von vorgefertigten Spielzeugen serviert werden. Hat sich die Qualität der Nahrungsmittel verbessert? Werden in den Sälen der geisteswissenschaftlichen Universitäten neue Ideen und Formen der Zusammenarbeit der Menschen ausgearbeitet? Wird geforscht, wie Hunger, Armut, Dürre und Verwüstung bekämpft werden können und wird das in einer Praxis ausprobiert und ausreichend staatlich gefördert? Werden Programme erarbeitet, wie Finanzmittel, Arzneistoffe, Gesundheitsmaßnahmen, Nahrungsmittel, Technik so eingesetzt werden, das das Volk und die Menschen davon profitieren oder werden diese Programme nicht ehe dazu genutzt, Reiche noch reicher und Mächtige noch mächtiger zu machen und wirken dann in der breiten Bevölkerung eher schädlich als nützlich? Nehmen Sie unsere Süßigkeiten als Beispiel: Schauen Sie mal in die Liste der Inhaltsstoffe, die dort zu Köstlichkeiten verarbeitet werden. Die „südlichen Hänge der BASF lassen grüßen“ sagt man im Volksmund zu diesen chemischen Mischwaren. Oder nehmen Sie das Bier als Beispiel: Wie viel davon wird noch gebraut und wie viel wird nur aus der Chemieküche zusammengemischt? Wie viel von unserem Gemüse wird in Hydroponik angebaut und enthält wegen fehlender Erde nur noch die Stoffe, die dem künstlich aufgearbeiteten Wasser mittels Düngemittel aus der Chemieküche zugesetzt werden? Nehmen wir mit Fleisch und Wurstwaren nicht auch beständig Arzneistoffe auf, die eigentlich nur im Krankheitsfall gegeben werden sollten, weil sie sonst nicht mehr wirken, wenn man sie wirklich braucht? Das könnte noch Seitenweise weitergehen. Ist es weiterhin nicht möglich, leise Motoren für Flugzeuge und Fahrzeuge zu bauen? E-Fahrzeuge sind leise, ja, aber was ist mit Rasenmähern, mit Laubbläsern, mit Kreissägen, Küchenmaschinen, Baggern und LKWs? Ist das Thema Vorsorge im Gesundheitswesen wirklich ausreichend berücksichtigt, wenn alle paar Jahre mal eine Untersuchung stattfindet, deren Diagnostik ja nach wie vor Zweifel aufkommen lässt? Und sind die Verfahren, die wir heute zur Heilung verwenden, wirklich schon das Ende der Fahnenstange? Werden Umweltschäden beseitigt und wenn ja, werden solche Schäden künftig vermieden? Es gäbe so viel zu tun in den Wissenschaften, und was tun wir? Wir verpulvern unsere Forschungskraft für Zerstörungstechniken wie Bomben, Raketen, Drohnen und andere Mordwerkzeuge. Das ist eine Tatsache, und da gibt es nichts daran zu diskutieren. Die Alternative ist, einfach damit aufzuhören und sich andere, freundlichere Forschungsprojekte auszudenken. Punkt. In diese Kategorie gehört auch das Thema Klimawandel (10), der, wie bereits erwähnt, ja weltweit zu beobachten ist. Was mich am Diskurs bisher mehr als stört, ist, das man glaubt, die Lösung für dieses Problem bereits gefunden zu haben und bis auf die CO2-Problematik munter weiter macht wie bisher. Es mag ja sein, das CO2 einen Einfluss haben kann, aber das ist doch bestimmt noch nicht alles, was es dazu zu erforschen gäbe. Es gibt weitere Einflüsse, die eine Rolle spielen müssen. Und diese Einflüsse sind bisher nur theoretisch ermittelt (Sonnenaktivität, Luftströme, Meeresströme Strahleneinflüsse), werden aber nicht in ausreichender Weise erforscht. Wie sich deren Wirkungen vermeiden lassen, wie sie abgemildert oder kompensiert werden könnten, wird praktisch weder erforscht noch berücksichtigt. Einfach zu sagen: Da gibt es nichts zu tun… ist letztlich Scheitern auf der ganzen Linie. So wäre zum Beispiel das Feuer heute noch nicht nutzbar gemacht und Flugzeuge heute noch nicht erfunden worden. Gleiches gilt für die Ausbreitung der Wüsten und Steppen, für das Absaufen der Inseln, gegen die Verschmutzung und für die künftige Sicherung des Trinkwassers, für die Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt und nahezu allen anderen Funktionen, die Mensch, Tier und Pflanzen zum Leben alternativlos benötigen. Da wäre doch wirklich genug zu tun.

Formulieren wir also ein Fazit des oben beschriebenen aus, so lassen die Tatsachen, die aufgezählt wurden, nur eine einzige Schlussfolgerung zu: Was wir dringend brauchen sind zwei Aufgabenstränge, die gleichzeitig aufgelegt werden und parallel laufen müssen: Der erste Strang ist ein grundlegende Änderung des Bildungssystems und ein breitgefächerter Aufbau von Wissen, Toleranz und Verständnis in der Bevölkerung. Dazu müssen vor allem die Spielzeuge und Spiele reduziert werden, um einen Blick auf die ernste Lage unserer Welt überhaupt zu ermöglichen. Wir werden das Projekt Zukunft nur in gemeinsamer Zusammenarbeit lösen können und die Hilfe aller ist angesagt. Dazu ist ein Verstehen von Propaganda und Werbung notwendig, ist es notwendig, alle Menschen als eine große Gemeinschaft anzusehen und dies auch zu verwirklichen, ohne die Freiheit des Einzelnen mehr als notwendig einzuschränken. Ein großer Traum ist das, sicher, aber als Bedingung dringend erforderlich. Der zweite Strang handelt von der Qualität unserer Führungspersönlichkeiten, die aus dem ersten Strang hervorgehen müssen. Hier ist Altruismus, Verständnis, Mitgefühl und Toleranz als Sinngefüge ebenso wichtig wie Wissen, Geschäftssinn und Eigennutz, die sich als Basis für das Wirtschaften herausgearbeitet haben. In beiden Strängen ist viel zu verwirklichen. Friedliches und lebensförderndes Denken kann nicht allein durch „Leistung“, „mehr desselben“ und ein „immer weiter so“ sprich Dogmatik herausgearbeitet werden. Frieden und Leistung widersprechen sich nicht. Und irgendwer muss anfangen, das zu belegen. Wir in Deutschland sollten wirklich den Anfang machen, finde ich, denn wir können das leisten und sind reich genug dafür.

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