Die Punkte 10-13 können wir in Deutschland nur sehr vereinzelt wahrnehmen. Sie fallen daher aus. Nun, nicht ganz, denn der Punkt „Männlich konnotierte Gewaltästhetik“ war nie abwesend und wird durch die Einwanderung noch deutlich verstärkt, besonders dann, wenn sie gegen Frauen gerichtet sind. Dann gibt es da noch den Punkt 14, und der hat es in sich. Unsere Sprache (Hochdeutsch mit klarer Definition der Begriffe) kommt ja wohl sehr deutlich aus der Mode. Die meist mit englischen Worthülsen gepoppte Alltagssprache ist selbst für einen der englischen Sprache mächtigen nahezu unverständlich. Wir finden dieses Phänomen meist bei gebildeten Insidergruppen jeglicher Colour. Also wenn ich richtig gezählt habe sind nur zwei Kriterien des Faschismus auf unsere Demokratie genannte Staatsform nicht anwendbar, weitere vier nur auf bestimmte Gruppen, einer nur in der Umkehrung und der Rest, ganze 7 Punkte, finden wir in der einen oder anderen Ausprägung in unserer Gesellschaft wieder. Das sind mindestens mal >50% an Treffern. Ist das dann noch Demokratie?
Robert Paxton beschreibt Faschismus als Prozess in fünf Phasen:
1. Intellektuelle Artikulation: In Zeiten gesellschaftlicher Krisen entsteht eine erste ideologische Erzählung – häufig verbunden mit der Vorstellung eines „verfallenden Volkskörpers“ und der Notwendigkeit eines nationalen Erwachens.
2. Mobilisierung: Die Erzählung wird politisch organisiert – in Form von Parteien, Bewegungen, Milizen oder Netzwerken. Die Sprache radikalisiert sich, Gegner:innen werden systematisch delegitimiert.
3. Machteroberung: In einer Phase politischer Instabilität gelingt der Schritt von der Straße in die Institutionen. Demokratien helfen oft bei ihrer eigenen Demontage.
4. Machtsicherung: Institutionen werden gleichgeschaltet, Gewalt wird legalisiert, Opposition ausgeschaltet.
5. Radikalisierung: Gewalt gegen äußere und innere Feinde wird zur strukturellen Logik des Systems. Oft verbunden mit Krieg, Terror oder Genozid.
Eine besondere Form der „intellektuellen Artikulation“ (1) finden wir heute in Deutschland in vielfältiger Form vor, nur das die Beispiele „Volkskörper“ und „Nation“ veraltet sind. Wir haben dafür eine Ökologiebewegung, einen Feminismus, eine vielfältig erotisch geprägte Minderheitenkultur, einen wirtschaftlichen Liberalismus und ganz besonders breit gefächert eine Ablehnung jeglichen politischen Diskurses abseits des Mainstreams. Es erscheint nicht als einheitliches System, was dem Faschismus sonst eigen ist, allerdings zeigt sich die Artikulation der Vielen als Einheit, wenn der politische Gegner angegriffen werden soll. Auch der Punkt 2 der Liste von Paxton (Mobilisierung) trifft das heutige Deutschland vollkommen. Sogar die Schuljugend (Friday for Future) wird darin eingebunden, Omas werden rekrutiert und die ganze Mainstream-Bewegung agiert geschlossen gegen den politischen Gegner. Auch die Machteroberung (3) ist in Deutschland präsent, denn sowohl die Grünen, die Linken als auch die AfD sind sehr junge Parteien, die den Marsch durch die Institutionen noch vor sich oder bereits hinter sich haben. Auch Punkt 4 ist in Anfängen in der BRD vorhanden. Besonders deutlich wird das im Bereich der Medien und der Bekämpfung des politischen Gegners rechts der christlich sich nennenden und links der sich sozial nennenden Parteien. Punkt 5 der Liste sollte allerdings etwas differenzierter gesehen werden. Gewalt gegen innere und äußere Feinde ist vorhanden, auch zeigt diese sich in Krieg (Russland) und Terror (Sanktionen), nicht allerdings in der Form des Genozids. Also auch bei den Definitionen von Paxton ist Deutschland sehr präsent mit dabei. Und ich muss wie Eco hinzufügen, „das der inflationäre Gebrauch des Begriffs ‚Faschismus‘ kein Kavaliersdelikt mehr ist. Er verharmlost das, was Faschismus historisch war – und was er auch heute wieder werden kann. Wer alles als Faschismus bezeichnet, erkennt ihn am Ende nirgendwo mehr.“
Es kann als Realität bezeichnet werden, das viele Länder der Erde sich nach wie vor in einem politischen System aufhalten, das neben anderen Eigenschaften auch eine patriarchische Struktur (4) beinhaltet. Nun ist es nicht die Aufgabe einer Völkergemeinschaft oder sich berufener Völker, sich dort einzumischen und beispielsweise eine Frauen- oder Separatistenbewegung in Gang zu setzen. Auch die Werbung für erotische Sonderformen 1 ist eine Respektlosigkeit. Bewegungen, die auf Erfolg ausgerichtet sein wollen, müssen aus der betroffenen Gesellschaft kommen und können nicht importiert werden, ohne einen innergesellschaftlichen Konfliktherd auszulösen. Sich also dazu hinreißen zu lassen, wie deutsche Politiker dies tun, andere Kulturen belehren zu wollen, bei Besuchen die Regeln der Diplomatie zu verletzen und einen fehlenden Respekt der anderen Kultur und Staatsform durchblicken zu lassen ist äußerst inhuman und schädlich für die dringend notwendige Völkerverständigung. Das kann auch nicht mehr diplomatisches Geschick genannt werden. Zusätzlich erschwert es den Handel, den gerade diese „Lehrer“ (Europa) für ihr Land dringend benötigen.
Bereits bei Sun Zu und bei Machiavelli ist nachzulesen, das eine einseitige Aufrüstung des Militärs (5) eines Volkes, eines Staates oder Staatenbundes natürlich das Interesse der anderen wecken muss, denn die könnten sich bedroht fühlen und werden dann ebenfalls aufrüsten müssen. Das ist altbekannt und so gar nicht neu, nur scheint es zunehmend in Vergessenheit zu geraten. Seit der Erfindung der Atombomben allerdings wird das Drohgebaren durch Aufrüstung zunehmend pervers und unwirklich, denn mehr als den Gegner zu vernichten kann nicht angedroht werden. Und das gilt gleichermaßen für Angriff und Verteidigung. Die nächste Steigerung ist bereits inhuman, denn sie bedeutet das Ende der Menschheit und auch weiter Teile der Tierwelt. Man nannte daher die Absprachen der zwei Großen in Sachen Atom „das Gleichgewicht des Schreckens“, das einzuhalten absolut notwendig sei. Mittlerweile haben wir sieben Atommächte, und hier wird ein Gleichgewicht ziemlich schwierig. Staaten entwickeln Atomwaffen, um an diesem Gleichgewicht teilzuhaben. Sie brauchen sich dann nicht mehr durch konventionelle Waffen bedroht zu fühlen, denn sie haben ja den Schrecken auf ihrer Seite, der auch in der Niederlage noch wirksam bleibt. Glaubt jemand ernsthaft, Nord-Korea gäbe es noch, wenn sie dort keine Atomwaffen besitzen würden? Indien und Pakistan haben ein Schreckensgleichgewicht. Israel besitzt Atomwaffen, um sich gegen den Islam in seiner Nachbarschaft schützen zu können, zumindest wird das dort behauptet. Im Iran hingegen gab es eine Fatma, die dem Staat Iran verbot, Atomwaffen herzustellen und bereit zu halten. Diese wurde von den „bösen“ Ajatollahs unter der Führung von Chomeini und Chamenei ausgesprochen. Sie hielten Atomwaffen für inhuman. Das diese „Weisen“ von Seiten der USA und Israel gezielt bekämpft und sogar getötet wurden, verstehe ich nicht. Eine Fatma im Islam ist ja nicht wie ein Gebot im Christentum, das keiner wirklich ernst nimmt. Im Islam ist das ein sehr ernst wahrgenommenes Gebot. Nun ist die Golfregion ja nicht der einzige aktuelle Fall, in dem eine Aufrüstung beschlossen und durchgeführt wird. Frankreich und GB besitzen Atomwaffen, Deutschland hat Atomwaffen, besitzt sie aber nicht, da sie Eigentum der USA sind, aber in Deutschland lagern und von deutschen Soldaten eingesetzt werden könnten, wenn die USA das erlauben. Ganz ehrlich: Auch das verstehe ich nicht. Wir haben den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet. Weiterhin rüsten wir massiv konventionell auf, um uns gegebenenfalls schützen zu können, sollten wir angegriffen werden. Und der einzige Gegner zu Zeit, der in Frage kommen könnte, ist die Atommacht Russland, die natürlich ihre Atombomben im Bunker belassen wird, wenn sie uns angreifen. Was um alles in der Welt könnten die Russen mit einem Angriff auf Deutschland erreichen? Glaubt ernsthaft irgend jemand, das die sich 80 Mio. verwöhnte Deutsche und ein Land unter den Nagel reißen, das weder Bodenschätze noch Technologie noch neue Ideen sein eigen nennt? Ich denke, die haben ohne uns auch genug eigene Probleme. Ich halte die gigantische Aufrüstung Deutschland für eine grundlose Verschwendung von Ressourcen und eher für eine Ausrede, um Haushaltslöcher stopfen zu können, die von den gleichen Eliten geschaffen wurden, die sie jetzt unter falscher Flagge zu stopfen gedenken. Sie schüren die Angst vor Russland, um ihr eigenes nationales Versagen zu vertuschen. Mit einer Billion Euro Sondervermögen (Staatsschulden) lassen sich viele Löcher stopfen und natürlich werden auch ein paar Waffen gekauft. Tarnung ist schon immer üblich im politisch militärischen Komplex. Wir finanzieren aber nicht nur die Verteidigung, sondern auch einen Krieg in der Ukraine, der mit allen verfügbaren Mitteln geführt wird. Wir bauen sogar die Waffen, die Russland durch die Hände der Ukrainer angreifen, auf deutschen Staatsgebiet. Aber keine Sorge, die Russen werden uns nicht besuchen kommen, nein, die schicken Raketen und zerstören die Produktionsstätten. Das sorgt dann für eine Erhöhung des BIP, mit der sich unsere Politiker dann werden brüsten können. Beschämend, irrational und pervers das ist.
Ich möchte zu einem spannenderen Thema kommen, das mich schon lange beschäftigt, nämlich der Bildung (6) und ihrem Zustand in Deutschland und Europa und unserem Verlangen, diese Bildung in der ganzen Welt zu verbreiten. Die Reihenfolge im Bildungsgang Deutschlands geht vom Kindergarten über die Schule bis hin zur Universität, und dann über die konzerneigene und/oder parteipolitische Fortbildung weiter in den Kreis der Professional Managerial Class (PMC, ~10% der Bevölkerung), wo diese dann den Reichen und Mächtigen, wer immer das auch gerade sei, angesichts eigener Karriereoptionen hilft, das eigene Volk und andere Völker kapitalistisch auszubeuten. Nun, das ist natürlich eine Verschwörungstheorie, wie jeder Mainstreamer gleich verstehen kann, denn es darf ja nicht sein, was nicht sein soll, und es hat nie stattgefunden und es wurde nie beobachtet. Wer schaut schon gerne in den Spiegel? Und diese Menschen schicken wir dann in Entwicklungsländer, um dort Eliten auszubilden, die dort dann das Gleiche tun. Oder aber wir holen uns die dort zu Bildenden in unsere Universitäten und machen das hier vor Ort, und die Besten dann werden hierbleiben und unseren Fachkräftemangel ausgleichen. Dieses System ist ein hochentwickeltes Instrument europäischer Kolonialkunst und wird bis zu heutigen Tag mit Inbrunst betrieben. Das ist natürlich ein Fake-News-Bericht und kann so ganz und gar nicht vorgefallen sein. Auf jeden Fall ist das keine Entwicklungshilfe (9) und kein altruistisches Tun, sondern egozentrische oder gar exzeptionalistisch geprägte Ausbeutung. Wie sagte ein EU-Kommissar so schön und frei formuliert: Europa ist das Paradies und außerhalb davon ist der Dschungel. Ja, ich denke, das die PMCs bei uns genau so denken. Und daher muss ich zu der Ansicht kommen, das unser Bildungssystem in seiner Gesamtheit als inhuman anzusehen ist. Was wir unterrichten müssten, besonders in den Universitäten, ist nicht blank geputztes Wissen und Dogmatik, sondern die Fähigkeit, ein Leben lang zu lernen, sich lebenslang anpassen zu können, nichts unhinterfragt zu akzeptieren und Schlussfolgerungen ziehen zu können, also Fähigkeiten, die der Welt, der Menschheit und dem Leben nützlich sind. Dann nämlich könnten wir in die Welt hinausgehen und Hilfe zur Selbsthilfe unterrichten/anbieten, selbstlos selbstverständlich. Und auch innerhalb Deutschland könnten diese Fähigkeit nützlich sein, und das ganz besonders in Konzernzentralen, in Parteivorständen, in Regierungsgebäuden, in Verwaltungsgebäuden und in der Diplomatie. Wie sich unsere Bildungsstätten verändern müssten, ist vielfach ausgefertigt worden und liegt in Buchform in allen Bibliotheken vor. Vergessen Sie Internet und Social Media. Diese Bücher wurden vor der Zeit des Internets geschrieben. Zum Lernen gehören nämlich noch immer zwei wichtige Fähigkeiten: Sich einerseits notwendiges Wissen anzueignen und dieses dann kunstvoll einzusetzen und zweitens, dieses zum Wohle aller zu verfolgen und weiterzuentwickeln. Letzteres wird häufig vergessen. Und auch KI und andere Informationstechnologien werden nicht weiterhelfen, wie sollten sie auch? Sie entwickeln nicht weiter, sondern beschleunigen und verknüpfen nur das bekannte Wissen. Es gibt viele Probleme mit den ach so modernen Informationstechnologien. Ich stelle mir das Problem so dar, das ich ja als Konsument durch diese von Werbung angesprochen werde, mit der sich die IT-Konzerne, die in privater Hand sind, ja finanzieren müssen. Wenn ich jetzt nach Waren im Netz Ausschau halte, werden mir bald danach auch Angebote dazu mitgeteilt, ohne das ich diese angefordert hätte. Was mich dabei stört, ist die Tatsache, da mir auch Waren angeboten werden in einer Preisklasse, die ich mir ganz und gar nicht werde leisten können und Angebote zu Waren dabei sind, die nicht einmal annähernd die Aufgabe erfüllen können, die ihnen die Werbung zuschreibt. So werden Bedürfnisse geweckt, die zu weiterem Konsum anregen, weitere Ressourcen verschwenden, weiter Abfall produzieren und die Konsumenten in weitere Abhängigkeiten gestürzt. Das alles ist doch bekannt, oder täusche ich mich? Muss das so sein oder ginge das nicht auch etwas weniger schädigend?
- Sex, Sexus oder Sexualität beschreiben die Fortpflanzungsfunktionen und deren Gebrauch des Menschen. Der Gebrauch aufgrund von Lust und Begehren sollte Erotik genannt werden. So sehe ich die beiden Begriffe definiert. ↩