USA, Iran und die Medien

Und wieder sind Menschen gestorben, abgestürzt mit einem Flugzeug, abgeschossen von Organisationen, die es eigentlich gar nicht zu geben bräuchte, wenn unsere Spezies und ihre Führer sich nur endlich besinnen und sich den wirklichen globalen Problemen zuwenden würden. Nein, ich meine nicht den Iran, seine Garden uns sein Militär, nein, ich meine die Summe des Militärs weltweit, meine die Politik weltweit und die Medien im Besonderen, die Konflikte wie der noch immer anhaltende Iran/Irak/USA-Konflikt als Spektakel betrachten und die Stimmungen aller Parteien derart anheizen, das Unfälle und Versagen auf jeder Seite praktisch als vorprogrammiert betrachtet werden können. Das aus einem solchen Versagen dann ein Weltbrand entstehen könne, hat die Geschichte der Kriege doch wohl zur Genüge bewiesen.

Rekapitulieren wir, was geschehen ist:
Der Machthaber der größten Militärmacht der Welt, seines Zeichens mit Twitter-Nachrichten und Dekreten regierend, erteilt den Befehl, durch in einem Gastland stationierte Truppen einen Diplomaten einer verfeindeten Macht ermorden zu lassen und tötet kollateral dabei auch einen hohen Repräsentanten des Gastlandes.
Die politischen und medienwirksamen Reaktionen darauf war sehr weit gestreut. Sie gingen von Zustimmung nach dem Motto „endlich geschieht etwas“ bis zu vollkommener Ablehnung. Dann erfolgt der Gegenschlag des Iran, der, um Menschenleben zu schonen, die irakischen Behörden rechtzeitig informierte und so den Schaden klein hielt. Der amerikanische Präsident sah darauf keine Veranlassung, ebenfalls wieder zuzuschlagen und so ist zunächst einmal etwas Ruhe eingekehrt.
Dann erfolgte der Absturz eines Passagierflugzeugs über iranischem Gebiet und die gewohnt ersten Erklärungen zur Ursache. Niemand fand sich schuldig, niemand übernahm Verantwortung, und je nach Ausrichtung kamen erneut Spekulationen der Medien in aller Welt zum Vorschein. Auch hier wurden wieder die alten Regeln angewendet: Jedes Lager gibt der anderen Seite die Schuld. Seiten- und stundenweise wurden Spekulationen ausgesendet, Überlegungen zu… und wenn, dann… aufgesetzt und ein Medienzirkus ohne gleichen inszeniert.
Tage später gesteht der Iran, das durch ein Versehen der iranischen Luftabwehr, die das Flugzeug wohl für eine Rakete der Amerikaner gehalten haben, zwei Luftabwehrraketen gestartet wurden, die das Flugzeug trafen und zerstörten. Und wieder setzt das alt bekannte Medienfeuerwerk ein, und wieder je nach Lager wurden alle Register gezogen. Es ging dabei von „Kriegsverbrechen“ bis zu „kann vorkommen“ und sämtliche Grauzonen dazwischen. Einige Artikel bestreiten sogar die vom Iran angegebenen Informationen und halten das Eingeständnis für das Ergebnis einer Erpressung der Amerikaner.
Seitdem demonstrieren im Iran Studenten gegen den Absturz (was immer das auch jetzt noch bewirken könnte), gegen das Regime und mithilfe der Botschaften und diverser Twitter-Nachrichten aus der westlichen Welt.

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