Globalismus vs. Nationalismus?

Eine der wichtigsten Fragen der heutigen Zeit ist mit dem Gegensatzpaar Globalismus vs. Nationalismus verbunden, und viel deutet darauf hin, das diese Gegenüberstellung ohne irgendwelche Zwischentöne das große politische Problem unserer Zeit darstellt. In der öffentlichen Meinung ist Nationalismus heute etwas schlechtes, der Globalismus dagegen wird als ein Nonplusultra dargestellt. Aber ist das wirklich so oder ist das wieder nur ein Narrativ, das uns (die Bevölkerung) beruhigen soll? Inzwischen sind wir sogar schon soweit, das sogar schon Medien-Kriege geführt werden, die sich auf diesem ideologischen Gegensatz entzünden.

Betrachten wir zunächst einmal die Systeme im einzelnen, wie sie die Allgemeinheit heute zu sehen glaubt und führen wir uns die scheinbar einzige Quelle dafür auf, die in Frage zu kommen scheint, Wikipedia DE:


Der Begriff des Globalismus entstammt den Theorien der internationalen Beziehungen und geht davon aus, dass die Staaten durch die erfolgende Globalisierung als internationale Akteure massiv an Bedeutung verlieren und neue transnationale Akteure auftauchen, so dass sich ein weltweites Mehrebenensystem herausbildet, in dem Probleme durch Kooperation zwischen sämtlichen Akteuren mittels Weltinnenpolitik oder Global Governance gelöst werden müssen und können.
Nationalismus ist eine Ideologie, die eine Identifizierung und Solidarisierung aller Mitglieder einer Nation anstrebt und letztere in einem souveränen Staat verbinden will. Nationalismen werden von Nationalbewegungen getragen und in Nationalstaaten auch durch das jeweilige Staatswesen reproduziert.

Ideologie steht im weiteren Sinne bildungssprachlich für Weltanschauung. Im engeren Sinne wird damit zum einen auf Karl Marx zurückgehend das „falsche Bewusstsein” einer Gesellschaft bezeichnet, zum anderen wird in der US-amerikanischen Wissenssoziologie jedes System von Normen als Ideologie bezeichnet, das Gruppen zur Rechtfertigung und Bewertung eigener und fremder Handlungen verwenden.

Zunächst einmal ist anzumerken, das der Globalismus eine „Theorie der internationalen Beziehungen“ ist und der Nationalismus eine „Ideologie“, die sich auf ein „falsches Bewusstsein“ bezieht. Das lässt zumindest in der kurzen Betrachtungen den Schluss zu, das Globalismus gut, Nationalismus schlecht ist. Weiterhin ist zu bemerken, das in der Globalismus-Definition „neue transnationale Akteure“ auftauchen und ich frage mich, wer denn wohl damit gemeint sein könne? Und der dritte Begriff zum Globalismus besteht in dem Ausdruck des „Global Governance“, was zumindest in der Auslegung „Weltregierung“ heute noch unzählige ungelöste Probleme mit sich bringen muss. Im Nationalismus hingegen wird die Ideologie, so Wikipedia, von Nationalbewegungen getragen oder vom einem Staatswesen reproduziert. Diese Formulierung lässt dann den Schluss zu, das entweder die Menschen, das Volk oder die Bevölkerung national, also fremdenfeindlich denkt oder diese Feindlichkeit durch eine Staatsverwaltung, meist als absolutistisch eingestuft, produziert wird.

Beginnen wir mit den einfachen Problemstellungen, dem Nationalismus. Dieser ist, wie allgemein doch wohl bekannt sein dürfte, doch wohl in der ganzen Welt der 193 Staaten so weit verbreitet, das man ihn doch wohl als Grundlage jeder Kultur bezeichnen kann. Das heißt aber nicht gleichzeitig, das die Menschen auch fremdenfeindlich sein müssen. Wir Deutschen sind ein Volk von Reisenden, mich eingeschlossen. Ich wurde bisher in keinem Land, das ich besuchen durfte, angefeindet oder schlecht behandelt. Trotzdem waren die Menschen meiner Gastländer stets darauf bedacht, ihren Stolz über die Leistungen ihres Landes zu betonen und sie sprachen fast überall davon, wie sehr sie ihr Land lieben, das ihnen Heimat, Schutz und Auskommen sichert. Wir sind nach wie vor auf der ganzen Welt nationalstaatlich organisiert, und kein Land der Welt sehnt sich danach, diesen Zustand zu ändern, auch Deutschland nicht. Wir sind für offene Grenzen, sind gegen jede Form von Krieg und für offenen Handel und treten dafür ein, das Freiheit das oberste Gebot einer Staatsform sein soll. Aber wir wissen auch, das es eine Staatsmacht geben muss, um die Regentschaft der Rücksichtslosen, Vermögenden und Gierigen zu unterbinden. Und nach wie vor ist diese Staatsmacht überall auf der Welt national organisiert. Die EU zeigt doch in ganz besonderer Weise, wie schwer es ist, kulturübergreifend Gemeinsamkeiten zu kultivieren. Zusammenarbeit ja, Handel ja, offene Grenzen ja, aber abgeben der nationalen Souveränität, nein. Für mich persönlich ist Nationalismus nur dann ein Problem, wenn er mit Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Unterdrückung daherkommt. Stolz auf sein Vater/Mutterland zu sein, auf die eigenen Leistungen, die gelebte Kultur zu sein, ist kein Fehler, warum auch. Diese Werte aber als das einzig Wahre, Wichtige und Gute darzustellen, und alles andere abzulehnen, zu verfolgen und niederzumachen, ist doch das, was man dem Nationalismus generell unterstellt. Das ist falsch, wie viele Länder der Welt es Tag für Tag beweisen.

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