Die Weltlage ist auch ohne Corona schwierig, aber nicht hoffnungslos

Wir reden heute in Europa vom Aufbau einer eigenen militärischen Stärke. Das ist für das alte, dicht besiedelte Land in meinen Augen ein Irrweg, denn unsere Stärke liegt auf der diplomatischen und speziell für Deutschland noch zusätzlich auf der wirtschaftlichen Seite. Wir können und dürfen den weniger entwickelten Rest der Welt, besonders Afrika, Lateinamerika und Ozeanien, nicht sich selbst oder einer wie immer gearteten Vorherrschaft der anderen überlassen. Denn nach den USA wird wohl China mehr und mehr die Führung in der Welt übernehmen. Dazu gibt es aber, wie immer bei neuen Konstellationen, keine Erfahrungen. Ob China wirklich so leise bleibt, wie es heute sich darstellt, ist fraglich. Gerade erst hat China einen großen Freihandelsvertrag im ozeanischen Raum abgeschlossen, dem selbst Australien, Japan und Korea angehören. In Afrika ist China heute der nahezu einzige großindustrielle Partner, der für einen Aufbau der Infrastruktur dieser Länder sich einsetzt. Die Angriffe des von den USA geführten Imperiums gegen China werden immer rauher, und ob China seine Pantoffel an behält oder zu Militärstiefeln wechselt, wird davon abhängen, wie sehr die Angriffe des Westens auf Chinas Wirtschaft Wirkung zeigen.
Mit der Globalisierung hat sich ein weltweiter Datenaustausch eingestellt, der wohl nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Somit ist eine Politik für eine Weltmacht, egal für welche der heutigen vier, die sich auf Kosten anderer bereichert, die als Mythos unangreifbar bleibt und wie die Made im Speck lebt, nicht weiter möglich. Wenn sich die armen Völker nicht entwickeln können, werden wir wohl oder übel mit einer Völkerwanderung zu rechnen haben. Vor den Toren Europas und der USA stauen sich die Zuwanderungswilligen schon seit Jahren. Dieser Trend wird sich fortsetzen und nur mit Gewalt aufzuhalten sein. Eine andere Politik, die diese Wirkungen zu vermeiden sucht, müsste diese im Moment noch ausblutenden Länder so entwickeln, das die Menschen in ihrer Heimat bleiben möchten. Das geht aber nicht, wenn sich die Hauptakteure der Welt nur noch mit sich selbst und ihrer Aufrüstung beschäftigen.

Die USA werden schon aus wirtschaftlicher Sicht ihre Aktivitäten in aller Welt zurückfahren müssen. Russland und China befestigen sich unangreifbar in ihren engen Territorien. Europa beschäftigt sich fast nur noch mit seiner Einigung und lehnt sich an die wacklig gewordenen USA als Schutzmacht. Die dabei entstehende Lücke wird von anderen gefüllt werden. Die Türkei zum Beispiel füllt ihr zugängliche Lücken schon im Mittleren Osten, Israel steckt ebenfalls seine diplomatischen Fühler bis ins frühere Feindesland aus und auch Indien wird in seiner Region immer stärker. Der Status Quo ist in Bewegung, und niemand weiß, wohin die Strömung treibt. Es wird spannend, und überleben werden die heute Mächtigen wohl nur, wenn sie sich anzupassen vermögen. Dafür sehe ich aber eigentlich nur bei China eine Bereitschaft. Sie werden meiner Ansicht nach gewinnen. Das ist für mich sicher. Es kann schnell erfolgen, früher wirkmächtig werden oder auch erst in einigen Jahren.

Exkurs: Ökonomie vs. Ökologie am Beispiel Deutschland

Wenn ich hier über Verfahren der Gesellschaft schreibe, meine ich die mir zugängliche Gesellschaft, die also, in der ich lebe, in Deutschland. Neben einiger Urlaubsreisen bin ich wenig in der Welt unterwegs gewesen und verfüge daher über keine weitreichenden weltbürgerlichen Erfahrungen. Die deutsche Gesellschaft erscheint mir beispielhaft für die westliche entwickelte Welt der Nato-Staaten, wenn auch hier und da besondere Vorlieben detektiert werden können. Aber in diese Details möchte ich gar nicht einzudringen versuchen. Der sogenannte westliche Lebensstil ist daher ausreichend für die angestrebt Betrachtung.

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