Nachrichten im Auftrag der Macht?

Propaganda und/oder gesiebte Nachrichten sind allgegenwärtig.

Wann immer aus Presse, Funk und Fernsehen Nachrichten den informationsbereiten Bürger treffen, erfolgt dort ein Abgleich mit den Erzählungen, auf denen unsere Kultur, unsere Weltzugewandtheit besteht. Diese Funktion, die mehr oder weniger automatisch erfolgt, erzeugt eine Bestätigung des Gewussten, erzeugt die Verdichtung einer Meinung oder gar die Veränderung derselben zugunsten einer anderen Perspektive. Dieses Gesetz, das mittlerweile ein Basiswissen der Geisteswissenschaften darstellt, wird heute von nahezu allen Akteuren der mit Meinungsbildung beauftragten Berufsgruppen genutzt.

Dazu zählt vor allen anderen die Akteure der Politik und ihrer Berater, die durch die regelmäßigen stattfindenden Wahlen der wohlwollenden Meinung ihrer Wähler ausgeliefert sind. Dazu zählen die Akteure der Medien, die von ihrer Werbekundschaft, ihren Lesern und den Mächtigen der Gesellschaft, die sie mit Information und Zuwendung versorgen, abhängig sind ebenso wie die Akteure der Werbung und des Marketings, die an den Verkaufszahlen durch die Kundschaft gemessen werden. Jeder weiß das. Trotzdem scheint es immer noch möglich zu sein, das durch die Vermischung von Information und Meinung, das durch gezieltes Sieben des Angebots oder durch gezielte Falschformationen, die mittlerweile sogar eigene Namen tragen wie „Fake-News“ oder „Alternative Fakten“, Meinungsbeeinflussung möglich ist, und das sogar im großen Stil. Gearbeitet wird dabei mit mehreren Auswahlverfahren, die aus der Fülle der möglichen Berichterstattung geradezu die Nachrichten auswählen, die der Richtung entsprechen, die der Meinungserzeuger im Auftragsbuch stehen hat.

Schauen wir uns die Berichterstattung einmal genau an.

Wann zum Beispiel haben sie in der letzten Zeit etwas positives über Trump gelesen? Wenn dieser Mann nur lügt, sich nicht benehmen kann, nur grobe Drohungen ausstößt und Unsinn verbreitet, warum ist er noch immer Präsident einer Großmacht? Die Unterstützung durch seine Wähler genießt dieser Mann doch nach wie vor. Und wenn morgen gewählt würde, würde er mit großer Sicherheit wieder in weiße Haus einziehen. Das ist unbestritten und wird durch Umfragen sogar belegt. Macht der also wirklich nur Unsinn und ist so dumm wie Stroh? Oder agiert er bloß mit unkonventionellen Methoden? Vielleicht kämpft er als Außenseiter der etablierten politischen Clique auch nur gegen extreme Widerstände in Verwaltung und Administration? Vielleicht versucht er nur verzweifelt, das Chaos, das seine Vorgänger hinterlassen haben, zu korrigieren? Der Handelskrieg mit China und Europa soll die heimische Wirtschaft stärken, die Forderungen nach Rüstung in Europa sollen seinen eigenen Ausgaben entlasten, die Krankenversicherung war unbezahlbar und die Mauer im Süden soll die Einwanderung stoppen? Das kommt uns doch ziemlich bekannt vor, oder etwa nicht? Nun, ich mag ihn nicht, er ist ein Rüpel und seine Methoden sind nicht zeitgemäß. Aber so wie ihn unsere Medien darstellen würde ich ihn bei aller Abneigung nicht sehen wollen!

Wann haben Sie als weiteres Beispiel dieser Form etwas positives über Venezuela gelesen? Dort regiert angeblich eine korrupte selbstsüchtige Clique, die sich nur durch die Zuwendung des Militärs an der Macht halten kann? Haben Sie einmal nachgeschlagen, wie es in Venezuela vor der Revolution ausgesehen hat? Hunger, extreme Armut sowie polizeiliche und geheimdienstliche Verfolgung war unter dem Schutz der US-amerikanisch-orientierten Regierung an der Tagesordnung. Seit Chavez die Regierungsgeschäfte übernommen hat, profitiert überwiegend der arme Teil der Bevölkerung und die Gewinne an den reichlich vorhanden Rohstoffen fließen in den Staatshaushalt. Es gibt in Venezuela keine Slums wie zum Beispiel in Brasilien oder Kolumbien. Es gibt keinen Hunger und die medizinische Grundversorgung ist weitgehend gesichert. Es gibt keine Versorgung mit den Luxusgütern des Westens durch die Sanktionen ebendieses Westens, ja, und weite Teile der wohlhabenden Bevölkerung ist darüber extrem erbost, richtig. Und man kann über die Methoden, die durch die Regierung bei der Verteilung der vorhandenen Güter angewendet werden, geteilter Meinung sein. Und nicht alles ist optimal in diesem lateinamerikanischen Land. Aber Chavez und Maduro haben sehr viel getan für die armen Teile der Bevölkerung. Lesen Sie darüber etwas?

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