Die Aufhebung des großen Krieges als Mittel der Politik

Wir leben in einer Zeit, seien wir ehrlich, in der ein Krieg wie die des 20. Jahrhunderts nicht mehr möglich erscheint. Die drei alles beherrschenden Mächte, USA, Russland und China sind nahezu in allen Teilen der Welt derart präsent, das jeden ihrer Übergriffe mit militärischen Mitteln auf ein anderes Land, das bei diesen Dreien Verbündete hat oder auch nur enge Beziehungen pflegt, unmöglich macht.

Weiterhin gibt es mittlerweile derart viele Staaten, die Atomwaffen besitzen oder bei denen der Besitz zumindest vermutet werden muss, das nur noch wenige Regionen der Welt für Übergriffe überhaupt infrage kommen. Die Atomwaffen schützen den sie besitzenden Staat, machen ihn, siehe Nord-Korea, nahezu immun gegen jegliche militärische Maßnahmen.

In den letzten Jahren haben sowohl China als auch Russland ihre Außenaktivitäten erheblich ausgeweitet. Russland hat zusätzlich noch in Syrien bewiesen, das es gewillt ist, nicht nur sich selbst, sondern auch seine Verbündeten zu unterstützen. Und China wird nachgesagt, das in seinem direkten Umfeld ebenfalls zu tun. Russland, China und Indien (Atommacht) unterhalten enge Beziehungen zu Venezuela. Es ist daher höchst unwahrscheinlich, das die USA in Venezuela militärisch agieren werden. Sie werden tun, was sie schon immer zu tun pflegten, Rebellen, Oppositionen und andere Kräfte der für sie wichtigen Staaten finanziell und beratend zu unterstützen, zu fördern und über Propagandamaßnahmen so aufzupimpen, um so einen Regime-Change im amerikanischen Sinne herbeizuführen, aber Soldaten wie in Vietnam werden die USA nicht einsetzen. Sie werden Wirtschaftsanktionen verhängen und das Volk zu quälen versuchen, so das diese aus purer Not einem Change zustimmen. Diese Versuche sah man mehr als deutlich in Syrien, und auch jetzt in Venezuela. Da die Opposition sich aber nicht durchzusetzen vermag, da russische Soldaten anwesend sind und chinesische Berater sich angeboten haben, technisch zu helfen, da das Volk ebenso wie das Militär zu ihrem Präsidenten halten, sieht man heute wie in Syrien zuvor bereits die Rückzugsaktivitäten der USA aus diesem Konflikt. Sie werden die Opposition dort bald fallen lassen wie einen faulen Apfel, wie sie es schon bei vielen anderen zuvor auch getan haben. Die Website Amerika21 schreibt dazu in ihrem jüngsten Artikel:

Von Marta Andujo (amerika21.com)

Washington/Caracas. Der US-Sonderbeauftragte für Venezuela, Elliot Abrams, hat die Anwendung von Artikel 187 Absatz 11 der venezolanischen Verfassung als eine “verfrühte Aktion” bezeichnet. Nach einer umstrittenen Auslegung erlaubt es diese Verfassungsbestimmung, eine ausländische Macht zu einem militärischen Einsatz einzuladen. Der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó, Präsident des entmachteten Parlaments, und andere Oppositionspolitiker in Venezuela hatten in den letzten Tagen wiederholt diesen Schritt angekündigt.

“Die Situation in Venezuela verschlimmert sich jeden Tag, aber ich glaube nicht, dass wir in Europa, Lateinamerika, Kanada oder den Vereinigten Staaten in diesem Moment an eine militärische Reaktion denken”, erklärte Abrams gestern in einem Interview mit Radio Caracol in Kolumbien.

Ich halte die Website Amerika21 zu Themen, die Südamerika angehen, als eine der bestinformierten und aufgrund ihrer vielen Kontakte zu Menschen in der Region authentischsten Informationsquellen. Da können unsere westlichen Qualitätsmedien, deren Standardrepertoire die Nachbetung amerikanischer und Nato-höriger Quellen ist, nicht ansatzweise mithalten.

Kriege, Aufstände und Revolten finden zur Zeit nur noch dort statt, wo scheinbar niemand der Großen sich in ihrem Einfluss gestört fühlen und/oder sie keine wirtschaftliche Interessen verfolgen. Zu nennen sind da vielleicht noch Jemen, Sudan, Afghanistan, Mali oder Somalia, aber bereits so etwas wie im Irak würde heute bereits scheitern müssen. An einem Angriff auf Iran oder ein großes südamerikanisches Land ist da nicht mehr zu denken. Die USA heute sind nur in der Lage zu drohen, zu erpressen oder wirtschaftlich zu blockieren, wenn der betroffene Staat wirtschaftlich oder militärisch von ihnen abhängig ist. Das sind Kanada, Westeuropa, Brasilien, Kolumbien und Australien und ein paar kleinere Staaten in ihrer direkten Nähe, aber überall dort, wo russische oder chinesische Interessen berührt werden, können sie schon heute nichts mehr ausrichten. Und sie können auch dort nichts mehr ausrichten, wo bereits Atomwaffen in den Händen der jeweils Regierenden vorhanden sind. Zu nennen sind da Israel, Indien, Pakistan, Nordkorea. Da bleibt für ein Imperium nicht mehr viel übrig von der Welt.

Was allerdings zu befürchten ist, und viele Anzeichen sprechen dafür, wird der aktive Krieg sich verlagern auf geheimgehaltene und verschleierte Aktivitäten. Da sind zu nennen Sabotage, die Unterstützung von Feinden der anderen Seite (Untergrundgruppen, Hacker, Fanatiker) nach dem Motto: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“, die Unterstützung von Oppositionspolitikern, PR und Propaganda, die Verbreitung von Fake News und Verleumdungen aller Art einschließlich Bloßstellung durch fragwürdige Details aus dem Privatleben bei gegnerischen Amtsträgern. Aktuelle Beispiele sind die Förderung und Pimpung des „selbsternannte Interimspräsidenten Juan Guaidó“, die Anwerbung eines AfD-Politikers durch russische Kreise, die Aufdeckung angeblicher Verbindungen zwischen Putin und Trump und viele viele andere.

Zusätzlich zu diesen Schmutzwäsche-Kampagnen gibt es weitere alarmierende Aktivitäten, die nicht so einfach zu erkennen sind. Da werden den Nachrichten zufolge große Mengen an amerikanischen Waffen und Ausrüstung in Afghanistan gestohlen und an die Taliban weitergereicht, da werden Milliarden an Finanzkapital in GB durch kriminelle Betrüger an den IS weitergereicht, da wird der Verfassungsschutz in D mit Terrorattentaten (Amri) und Morden einer rechtsextremen Zelle (NSU) in Verbindung gebracht, ohne das Kontrollbehörden oder politische Führungen darüber Kenntnis erhalten haben sollen? Wer das glaubt, dem kann man auch Aktien der Deutschen Bank als sichere Anlage verkaufen oder der hält die Deutsche Bahn für ein pünktliches Unternehmen. Alle Geheimdienste der Staaten der Welt arbeiten „Jeder gegen Jeden“, das ist sicher, und alle haben daher Dreck am Stecken und keiner ist besser als der andere, zumindest was Moral oder Ethik angeht. Da sollten wir uns nichts vormachen. Aber eines kann sicher gesagt werden: Wir von der Nato-Fraktion sollten uns hüten davor, mit den Fingern auf andere zu zeigen. Der Dreck an unserem Finger ist so groß und gut sichtbar, das selbst ein Blinder ihn nur am Geruch erkennen würde.

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