Politik, Wirtschaft und Medien in Zeiten der Pandemie

Wenn wir die Nachrichten auch außerhalb der sogenannten „Systemmedien“ betrachten, in denen das Vorgehen der Regierungsfreunde und -fraktionen generell kritisiert wird, haben wir selbst in Pandemie-Zeiten das gewohnte Bild: Die, die regieren müssen, werden von denen kritisiert, die gerne regieren würden, und die, die unser Gesellschaftssystem ausgeschlossen hat und die dies auch bemerkt haben, wettern lautstark gegen jede Maßnahme, die getroffen wurde.

Diese seien zu spät, nicht den Anforderungen gemäß, nicht wirksam, wurden natürlich mit vollkommen anderen Absichten durchgeführt und kommen den Klagenden natürlich nicht zu gute. Mit anderen Worten: Der beständige demokratische Wahlkampf ist weiterhin in vollem Gange und die üblichen Gegner und Kritiker sehen sich bestätigt in all ihren Befürchtungen. Und genau genommen haben Alle, die sich ernsthaft mit den Problemen ihrer Zeit beschäftigen, auch irgendwie Recht.

Nur, und ein „leider“ ist hier durchaus angemessen, nutzt das in Wirklichkeit schlicht und einfach niemanden. Zunächst einmal wird sich erst durch die Arbeit der Historiker zeigen, ob und wie sinnvoll die getroffenen Maßnahmen waren, denn erst diese schauen auf ein gesellschaftlich relevantes Ereignis in der Gestalt, das sie Beginn, Verlauf und Ergebnis einer Entscheidung und deren Folgen bereits kennen. Das geht schlicht und einfach nach der alten Lotto-Regel: Wenn ich gewusst hätte, welche Zahlen gezogen wurden, hätte auch ich gewonnen. Allerdings gilt zu bedenken, dass, wenn alle diese Zahlen kennen würden, niemand wirklich gewinnen kann. So ist das nun einmal.

Was in Zeiten einer Krise entschieden wird, folgt dem Druck der aktuellen Ereignisse. Und in diesen Stresszeiten sind Überreaktionen oder Verleugnungsstrategien durchaus zu erwarten. Allerdings sollte jedermann sich darüber bewusst sein, das die Stärken und Schwächen eines Gesellschaftssystems eigentlich nur in solchen Zeiten zu Tage treten und entdeckt werden können. Und genau diese Eigenschaften einer Krise sind es doch, die den Fortschritt und die Vernunft in allen bestehenden politischen Systemen bis zum heutigen Stand reifen ließen. Allerdings ist die Entwicklung, ist der Prozess der Reifung niemals abgeschlossen. Jedes System, ob natürlichen oder menschlichen Ursprungs, trägt ein Fortschreiten in sich und wird sich beständig ändern müssen, um die Zeiten zu überdauern. Fehler, falsche Theorien, ungeschickte Anordnungen und Planungen sind und bleiben an der Tagesordnung. Das ist in der Natur, die wir gerne Evolution nennen, nicht anders. Wer sagt, die Evolution sei mit der Krönung des Menschen abgeschlossen, wird irgendwann eines Besseren belehrt werden, dann nämlich, wenn der erste Affe oder der erste Delphin an Waldrand und Strand auftauchen und uns Hand oder Flosse reichen möchte.

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