Wie allgemein bekannt und gerade wieder äußerst präsent in der Nachrichtenwelt ist das komplette Versagen der hierarchisch organisierten Systeme, die Teile der Menschheit sich zu ihrem ureigensten Vorteil geschaffen haben. Wir führen und planen wieder Kriege, wir sind mich Aufständen der kommenden Generation konfrontiert und pflegen nach gutem menschlichen Brauch das uralte und selten funktionierende System des „teile und herrsche“. Wir haben drei Großmächte, die sich die Welt untereinander aufteilen, eine vierte Halbgroßmacht, die sich in längst überholter Größe wähnt und viele kleine „unbedeutende 1 Staaten, die sich mit viel Mühe über Wasser zu halten versuchen.
Ich persönlich führe diese Problematiken darauf zurück, das sich die Menschheit zumeist nicht für ein sozial-organisches Gesellschaftsmodell entschieden hat, sondern nach wie vor wie in vorzivilisierten Zeiten dem „Recht des Stärkeren“ huldigt, nach wie vor in großen Teilen die alte Strategie des „teile und herrsche“ verfolgt, sich einem Konkurrenzsystem verpflichtet fühlt und immer noch in Personenkultsystemen suhlt. Alle genannten Gesellschaftsmotive haben einen negativ geladetes Kernelement, haben selten nie lange gehalten und führten stets in zum Teil weltumspannende Katastrophen. Die Ägypter, die Griechen, die Römer, die Mongolen, das Empire, der Stalinismus, der Materialismus, die nationalistischen Systeme und viele andere scheiterten stets an ihrer Machtfülle, ihrer Dekadenz und ihrer nachlassenden Lernbereitschaft angesichts einer prozesshaft fortschreitenden Entwicklung (sprich Evolution). Dabei beruht jedes Lebewesen und somit auch jeder Mensch auf einer organischen Struktur, in der jede Zelle trotz intensiver Arbeitsteilung ihren Platz und Raum hat. Innerhalb der menschlichen Körperstruktur gibt es keine Herrscher und Knechte, sondern die Teile des Systems arbeiten intensiv zusammen und lassen sich auch gegenseitig leben. Die Gehirnzelle herrscht nicht, sondern leitet und vor allem, sie konsumiert und hortet nicht. Und selbst die Leberzelle, die sich mit dem Abbau von Müll und Gift beschäftigt, hat ihren anerkannten Platz. Alle scheinen sich einig zu sein, das sie alle ihren Nutzen haben. Nun gibt es trotzdem immer häufiger ein Phänomen, das die Systeme ins Wanken bringt, und wir nennen das dann eine Krankheit. Neben äußeren Einflüssen wie Unfall, Gewalt und Infektion gibt es eine ganze Reihe von Gefahren, die sich aus dem Organismus selbst entwickeln. Eine der gefährlichsten davon ist Krebs, wo Zellen sich über ihre Integration hinwegsetzen und über Nachbarzellen herfallen und damit den ganzen Organismus zu Fall bringen. In meiner Vorstellung sind heute nahezu alle gesellschaftlichen Systeme von Krebs befallen und werden, wenn keine Änderungen gelingen sollten, scheitern. Und nein, es sind meiner Ansicht nach keine Revolutionen notwendig, keine Umstürze, keine Richtungswechsel und auch kein anders politisch denkendes Personal, sondern notwendig ist die weltweite Bereitschaft zur Zusammenarbeit und die Einschränkung von Machtmissbrauch, Größenwahn, Personenkult und hierarchischen und konkurrierenden Strukturen.
Konkurriert in einem Organismus zum Beispiel eine Leberzelle mit einer Gehirnzelle? Suchen sich Zellen mit unterschiedlichen Aufgaben gegenseitig zu übertrumpfen? Horten Zellen Nahrung und andere Stoffe zulasten ihrer Nachbarzellen? Werden manche Zellen im Normalmodus bevorzugt versorgt, beschützt oder gepflegt? Im Notfallsituationen mag das ja gegeben und sinnvoll sein. Aber im normalen alltäglichen Leben ist das in der Regel nicht zu beobachten. Was also können wir daraus schließen? Im Grunde genommen ist ein Organismus ein perfekt gelebter Sozialismus oder mit anderen Worten gesprochen ein Sozialismus ohne Kriminelle, Herrscher und Machthaber. Jeder hat seine Aufgabe und erfüllt diese zu Wohle aller. Vielleicht ist es an der Zeit, ja sogar erstmals möglich dank der digitalen Möglichkeiten, den Bedarf einer Gesellschaft genau zu berechnen und so rechtzeitig für eine optimale Versorgung aller zu sorgen. Ja, und ich erkenne die Widersprüche, die sich aus dem Versuch, eine perfekten Planwirtschaft aufzubauen, bisher ergeben haben. Die Erfahrung dazu sind ja reichlich vorhanden. Aber ist es undenkbar geworden, immerzu neu zu versuchen, dem Ideal nahezukommen? Woran sind diese Versuch denn letztlich gescheitert? Hatten die sozialistischen Parteien und deren Führer nicht immer viel mehr Macht als notwendig? Lebten ihre Führungspersönlichkeiten nicht immer in größerer Fülle als die Allgemeinheit? Standen nicht alle sozialistischen Staaten immerzu im Wettstreit mit ihren kapitalistischen oder monarchisch organisierten Nachbarn? Und wie groß war wohl der Einfluss dessen, das einige kapitalistisch orientierte Länder mit ihren wohlhabenden Eliten für ein Klima von Neid und ebenfalls „Horten wollen“ gesorgt haben? Das sind die wohl nie gestellten Fragen zumindest nicht im Umfeld des reichen Europa und seiner Ableger.
Aber gehen wir einmal konkret vor. Der Bedarf an Kindergärten ist allein schon durch die Geburtenrate über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren vorher bestimmbar. Auch der Bedarf an Lehrern ist vorher bestimmbar, sogar über sechs Jahre im voraus. In einer Stadt mit einer gemeldeten Einwohnerzahl ist auch der Bedarf an Schulräumen genau kalkulierbar. Auch in einer Pandemie ist bestimmbar, wie viele Masken und Impfdosen gebraucht würden. Warum wurden dann zuletzt mehr als doppelt so viele hergestellt, gekauft und später teuer vernichtet, wie gebraucht wurden? Auch wie viele Supermärkte, Ärzte und Apotheken gebraucht werden ist kalkulierbar. Und in Netzen scheint doch klar zu sein, wo und wann Lücken geschlossen werden müssen. Das alles ist doch planbar, obwohl eine gewisse Dynamik und Ausschläge immer eingerechnet werden müssen. Gehen wir zur Infrastruktur. Das Brücken und Straßen gepflegt und instand gehalten, vielleicht auch in bestimmten Abständen ersetzt werden müssen, ist bekannt und mit Daten belegt. Wie kommen dann diese Investitionsstaus auf, wie sie gerade beobachtet werden? Auch der Bedarf an Renten, Versorgungsleistungen ist planbar., wissen die Behörden nicht, wie viele Menschen pro Jahr in Rente gehen werden? Gerade mit moderner Digitalität sind solche Prozesse überwach- und planbar. Und der Überschuss, der eingerechnet werden muss, übersteigt selten die 10%-Grenze. Niemand kann mir glaubhaft erzählen, dass das nicht geht. Wir haben mittlerweile künstliche Intelligenz und riesige Datenmengen zur Verfügung. Müssen wir das immerzu nur dazu benutzen, Reiche noch reicher und Arme noch ärmer zu machen, oder sogar dazu, über andere im Krieg herzufallen und mühsam aufgebaute Infrastruktur zu zerstören.
- …weil wenig Einfluss in der Welt… ↩