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Es findet kein Wahlkampf statt

Es findet kein Wahlkampf statt published on Keine Kommentare zu Es findet kein Wahlkampf statt

Bildungsoffensiven: Die Ausbildung unsere jungen Menschen wurde in den letzten 20 Jahren derart auf Leistung und Anpassung getrimmt, das die erlernten Fähigkeiten schon nicht mehr Bildung genannt werden dürften. Wir haben angepasste, gut funktionierende Arbeitskräfte geschaffen, die wenig Zeit und Raum für ihr Menschsein finden.  Das humboldtsche Bildungsideal zum Beispiel verlangt eine ganzheitliche Ausbildung in Künsten und Wissenschaften, wozu auch Politik, Philosophie und Sozialwissenschaften gehören und wo als Grundlage die akademische Freiheit zählt. Davon ist heute in Schule, Betrieb und Universität wenig zu finden. Wir schaffen lediglich ein in Köpfen gezähltes (Headcount) Humankapital für die Wirtschaft und deren Besitzer. In meinen Ohren klingt das schon fast nach moderner Sklaverei.

Flüchtlinge und die freie Gesellschaft: Selbstverständlich müssen wir die Flüchtlinge, für deren Los wir als Nato oder als starker Wirtschaftspartner auf dem Weltmarkt meist mitverantwortlich sind, auch in irgendeiner Weise human betreuen und versorgen. Human bedeutet, dass wir zumindest eine menschenwürdige und tolerante Haltung gegenüber diesen Menschen entwickeln und ihren Sorgen und Nöten mit wirkungsvollen Maßnahmen begegnen. Sie abzuschieben, auszugrenzen, einzusperren oder verhungern und ertrinken zu lassen ist erbärmlich und zutiefst inhuman. Da gibt es für mich keinerlei Diskussionsbedarf.

Sicherheit und Freiheit: Sicherheit und Freiheit sind sich diametral gegenüberliegende Begriffe. Was wir zurzeit erleben ist der Versuch, mit mehr Sicherheit und damit verbunden weniger Freiheit unseren erbärmlichen Wohlstand zu zementieren. Erbärmlich ist das deshalb, weil es auf einfache und wohlwollende Weise schnell wirksame und zuverlässige Maßnahmen gibt, um die Probleme der Welt, seiner Kriege und seinem Elend zu lösen. Man könnte zum Beispiel einfach mal aufhören, die Systeme und Funktionalitäten armer Länder zu zerstören und ihnen stattdessen hilfreich, nach ihrem Willen und unter ihrer Leitung zu helfen. Hilfe beginnt mit den Fragen: Was braucht ihr? Wo fehlt es? Was können wir für euch tun? Und das alles ohne Bedingungen, ohne Hintergedanken und ohne Selbsterhebung. Und nach nur wenigen Monaten würden wir sehen, dass so auch die Sicherheit in unsere Paradiese zurückkehrt.

Ich habe in den letzten Wochen die Wahlprogramme von SPD, CDU/CSU und der AfD gelesen und kurz darüber geschrieben. Um weitere Parteiprogramme zu kommentieren  fehlt mir aber jetzt leider die Motivation. Das dort zu lesende gehört eigentlich in die Abteilung Marketing. Hier wird nicht zu den Erfordernissen eines Staatsgebildes ausgesagt, sondern man versucht mit Plattitüden und sinnlos aneinander gereihten Worthülsen einfach nur Werbung zu machen. Und solange das so auch noch funktioniert, sehe ich schwarz für eine sinnvolle politische Entwicklung in diesem Land!

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