NeoNikoManie

 

Ich habe lange überlegt, welchen Namen ich meinem Blog geben kann, der überwiegend über Politik und Zeitkritik schreibt.

Er sollte zum Ausdruck bringen, welches Ziel das Schreiben verfolgt oder anders ausgedrückt welche Motivation darin besteht, über Gedanken und Ideen zu schreiben, für die sich eigentlich in der jetzigen Zeit nur eine kleine Minderheit der deutschsprachigen Mitmenschen zu interessieren scheint. Und doch halte ich diese Arbeit für wichtig, da sie einerseits meine eigenen Gedanken klärt und andererseits doch vielleicht den einen oder anderen Menschen erreicht und diesen anzuregen vermag.
NeoNikoManie besteht aus den Worten Neo- (neu, frisch, wieder neu) und Nikomachisch (Die Nikomachische Ethik ist ein Hauptwerk des Aristoteles) sowie dem Stimmungsbild der Manie. Manie bezieht sich in meiner Definition hier nicht so sehr auf das psychische Krankheitsbild, sondern mehr auf die Neigung zu unermüdlicher Betriebsamkeit, zu großen Ideen und Gedankengebäuden, die bis ins maßlose hinein gesteigert sein können. Ich empfinde diese meine Stimmungen als angenehmen Ausbruch aus der Normalität, da sie stets versuchen, irgend einen Teil der Weltordnung zu erklären oder zu beschreiben und damit versuchen, Wege aufzufinden, die eine Besserung der bestehenden Verhältnisse möglich machen könnten. Da unsere Gesellschaft auch heute noch auf den Grundwerten des Aristoteles aufbaut, diese aber zeitgemäß in die jetzige Zeit übersetzt werden müssten, um im Kern der klassischen Aussagen wirksam zu sein, habe ich das Wort Neo- vorangestellt, das diese Notwendigkeit sinnvoll beschreibt.

Was ich an der nikomachischen Ethik mag ist die Grundstimmung des Textes, der versucht, im Rahmen des Möglichen den Bürgern eines Staates ein Leben in Glück und Harmonie (über tugendhafte Vernunft) zu ermöglichen. Der Rahmen der Schrift ist trotzdem für die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse gestrickt. Heute gelten da sicherlich andere Maßstäbe, da das Gros der Bürger über einen weiteren Horizont verfügt als vor 2000 Jahren. Aufgrund des heutigen Bildungsstandes würde sich daher auch die aristotelische Bevorzugung der Timokratie (Herrschaft der Wohlhabenden, Gebildeten) meiner Meinung nach der Demokratie gegenüber umkehren. Das wir trotzdem wieder von der Demokratie, mehr und mehr, in eine Timokratie zurückzufallen scheinen, ist unter anderen ein wichtiges Thema meiner Beiträge. Weiterhin geht es im Blog um Gerechtigkeit, Freiheit, Glück und Selbstbestimmung. Und natürlich gibt es auch den einen oder anderen Leserbrief, den ich mir irgendwie doch nicht verkneifen konnte, zu lesen, da diese Briefe meist von den Adressaten (z.B. vom Magazin „Der Spiegel“) nicht abgedruckt werden.

Ich versuche immer, trotz meiner beschränkten Recherche-Möglichkeiten im Sinne und in der Zielvorstellung einer modernen Fassung der nikomachischen Ethik zu schreiben. Das dieses nicht immer gelingen kann ist mir bewusst, und ich hoffe auf ihr Verständnis, sollte ich wieder mal daneben liegen. Und ich freue mich natürlich sehr auf die Diskussionen mit den Lesern meiner Zeilen. Ich werde aber nur ernsthafte und zivilisierte Beiträge veröffentlichen und kommentieren. Da ich deutsch schreibe und sie diese auch deutsch lesen können, werden Beiträge generell in Deutsch abgebildet sein. Ich bitte auch hierfür um Verständnis.

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