Europa, Deutschland und die USA

Also ich kann nicht wirklich sagen, wie das Denken von Menschen beschaffen sein muss, die Nachrichtensendung produzieren, die an Einseitigkeit in der Deutung und an Ausblendung von Fakten nicht zu überbieten ist.

Was wir aus den Nachrichten zu wissen glauben, ist das unsere Nato-Führungsmacht unter der Führung von Donald Trump besorgt sei um das Wohl von einigen Millionen Venezolanern und sich nunmehr gezwungen sähe, humanitäre Hilfe mit militärischen Mitteln in das betroffene Land zu senden. Gleichzeitig bedroht dieser Regent in einer Rede in Miami die Soldaten Venezuelas mit „schweren Konsequenzen“, wenn diese weiterhin zu ihrem vom Volk gewählten Präsidenten halten sollten. Gleichzeitig haben ein Flugzeugträger und mehrere Zerstörer Kurs aus Venezuelas Küsten genommen. Was werden diese Kriegsschiffe wohl geladen haben? Kindernahrung oder Medikamente vielleicht? Die Versorgungskrise in Venezuela wurde, wir erinnern uns, durch Sanktionen der USA doch erst herbeigeführt. Die USA wollen Zugang zu den Ölvorkommen in diesem lateinamerikanischen Land, und sie sind bereit, dafür einen Krieg anzuzetteln. Das große Land der Freiheit gegen ein Entwicklungsland… Das ist kein Zeichen von Stärke, das ist pure Not, und zwar auf der amerikanischen Seite. Zur gleichen Zeit fordert dieser Regent seine Verbündeten auf, in wirtschaftlichen und geopolitischen Fragen zu seiner Ansicht umzuschwenken und droht mit der Einführung von Zöllen und Wirtschaftsbehinderungen, wenn diese sich gegen ihn entscheiden sollten. Wir erinnern uns: Der Botschafter der USA forderte die deutsche Wirtschaft auf, den Iran zu isolieren, oder… Und das deutsch-russische Pipelineprojekt Nordstream 2, das gegen amerikanische Wirtschaftsinteressen verstößt, soll sofort gestoppt werden, sonst… Weiterhin werden weitere Investitionen in die Militärmaschinerie der Nato gefordert, sonst…

Nun sagen unsere Nachrichten-Interpretierer in Schrift und Bild, das der Tonfall nur etwas rauer geworden sei und wir uns schleunigst bemühen sollten, mit diesem Regenten zu einem Kompromiss zu kommen. Das würde bedeuten, ihm bis zur Schmerzgrenze entgegenzukommen. Das sei notwendig, um Arbeitsplätze zum Beispiel in der Autoindustrie zu schützen. Und allgemein ist man sehr bemüht, die Bedrohungslage, in der wir uns angelblich befinden, in immer graueren Tönen zu beschreiben. Lesen Sie mal Zeit und Süddeutsche, da wird einem Angst und Bange: Die wollen einen neuen (kalten) Krieg! Dazu werden alte Filmberichte von sowjetischen Truppen aus dem Archiv präsentiert, es werden angebliche Aktionen und Aktivitäten bemüht, die sich bis zu der Aussage einer Kanzlerin steigern, dass es bei dem Klimaschutz demonstrierenden Schulkindern in Deutschland um eine „gezielte hybride Kriegsführung Russlands“ handeln könne.

Also mal einfach und naiv gefragt: „Für wie bescheuert 1 hält uns diese Nato-Clique eigentlich, dass wir so etwas glauben sollen. Wer fordert und dies mit Drohungen verbindet, ist nicht stark, sondern schwach, und wer glaubt, dass man als souveräner Staat so gebundenen Forderungen nachkommen könne, ohne Gefahr zu laufen, künftig von niemand mehr ernst genommen zu werden, der ist naiv. Die USA sind wirtschaftlich am Boden. Dieses Land hat 22 Billionen Dollar Schulden, verfügt weder über ausreichend Bodenschätze noch über eine international konkurrenzfähige Industrie, hat seine militärische Unfähigkeit von Vietnam über Afghanistan bis Syrien mehr als belegt und verliert weltweit mehr und mehr an Zustimmung. Keiner will mit ihnen, keiner kann mit ihnen und niemand will sie mehr als Partner an seiner Seite haben, da sie immer wieder bewiesen haben, das man sich auf sie nicht verlassen kann. Das mit der wirtschaftlichen Großmacht USA ist bald vorbei. Das Imperium USA ist seit Syrien nicht mehr präsent und verliert mit Trump an der Spitze an jedem neuen Tag mehr und mehr an Ansehen. Wir in Europa sollten uns als Anhänger dieses Maulhelden endlich verabschieden.

  1. Schlechter Ausdruck seit Scheuer, besser: beschränkt….
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